Mittwoch, 28. April 2010

Rot-rot-grüne Koalition?

Darius 23.56 Uhr Filed under: Alles und nichts

Der Artikel über Marika und mich in der heutigen AN (erste Lokalseite der Ausgabe Aachen-Stadt) ist sehr nett. Allerdings betont er für meinen Geschmack zu sehr die Koalitionsfrage. Wie dieser Tage dauernd sagte ich: wenn SPD und Grüne wirklich eine ökologische Energiewende, Abschaffung von Studiengebühren, Arbeitsplatzsicherung im Öffentlichen Dienst usw. wollen, laden wir sie herzlich ein, das mit uns gemeinsam umzusetzen. An uns würden diese Vorhaben jedenfalls nicht scheitern. Ich habe nicht gesagt, dass ich darauf setze, dass es tatsächlich zu einer rot-rot-grünen Koalition käme. Gestern in der Gesamtschule Brand habe ich das nochmal klar gestellt: Auch schon die Grünen haben am meisten erreicht, als sie in der Opposition waren. In diesem Sinne hoffe ich, dass wir eine starke Opposition im Landtag werden. Die Frage nach der Koalition stellt sich eigentlich nicht, weil die andern ja nicht wollen. Aber vor allem stellt sie sich nicht jetzt. Entscheidend sind die Inhalte. Warten wir die Wahl ab! Wenn das Ergebnis so ist, dass eine rot-rot-grüne Koalition eine Mehrheit in NRW hätte, dann wird zu verhandeln sein, ob die anderen mit uns gemeinsam eine fortschrittliche Politik machen wollen. Wir sollten es ihnen nicht so leicht machen, dass wir das schon von uns aus ausschlagen, sondern die sollen ggfs. erklären, warum sie bestimmte politische Ziele nicht umsetzen, die sie mit uns umsetzen könnten.

Wenn wir uns einig werden, ohne dass DIE LINKE ihre Positionen verraten muss, warum sollten wir dann eine Zusammenarbeit ablehnen? Damit DIE LINKE gar nicht erst in die Gelegenheit kommt, ihre Positionen zu verraten, haben wir uns satzungsmäßig vorgeschrieben, dass über eine Koalition erst eine Urabstimmung unter den Mitgliedern stattfinden müsste. Also nur dann, wenn eine Mehrheit an der Parteibasis das will, kann es überhaupt zu einer Koalitionsbeteiligung kommen.

Sonntag, 25. April 2010

Diskussion bei Eurotürk

Darius 23.55 Uhr Filed under: Was geht ab

Zur Abschlussrunde in der Diskussion bei Eurotürk musste Minister Laschet nochmal das rot-rot-grüne Schreckgespenst an die Wand malen. „Ich sehe das ganz klar voraus: Wenn die Ergebnisse entsprechend sind, dann wird das am 9. Mai verkündet.“ – Und was genau wäre dann so schlimm daran? – „Dann säße da vielleicht künftig kein Minister Laschet, sondern jemand von den Linken!“ – Und war genau wäre dann so schlimm daran? – „Die stehen unter Beobachtung. Und dann würden rot-rot-grün zum Beispiel Gesamtschulen oder Gemeinschaftsschulen durchsetzen.“

Ähnlich amüsant Elisabeth Paul (Grüne): „Eine Koalition können wir uns nur mit der SPD vorstellen oder der CDU – das fände ich persönlich aber am schlimmsten. Mit den Linken können wir uns keine Koalition vorstellen, deren Forderungen sind zu sehr reines Wunschdenken.“ – Schon bemerkenswert, wie die Grünen jetzt nachplappern, was man ihnen immer vorgeworfen hat.

Claudia Walther (SPD): „Ich kann der Elisabeth Paul nur zustimmen. Auch wenn ich jetzt keine Probleme hätte, z.B. mit dem Darius Dunker zusammenzuarbeiten.“ – Nee, ist klar. Die anderen aus unserer Partei kennt sie ja so viel genauer, dass sie weiß, dass man mit denen aber nicht zusammenarbeiten kann.

Ich glaube eh nicht daran, dass sie mit uns gemeinsam ihre Wahlversprechen umsetzen wollen werden: Abschaffung von Studiengebühren (haben sie selbst ja eingeführt in NRW), Umstieg auf 100% erneuerbare Energien, Gemeinschaftsschule, gerechte Sozialpolitik. Sobald sie das wirklich mit uns umsetzen könnten, wird ihnen der Arsch auf Grundeis gehen und sie werden sich CDU und/oder FDP an den Hals werfen, um ihre eigenen Versprechen nicht halten zu müssen.

Dienstag, 20. April 2010

Kein Ausschluss aus Stuss

Darius 23.52 Uhr Filed under: Was geht ab

Gleich findet eine Pressekonferenz statt, bei der ein paar Leute demonstrativ ihre Mitgliedskarten der Partei zerreißen wollen. Begründet wird der Austritt unter anderem damit, dass ein Parteiausschlussverfahren gegen mich nicht eröffnet worden sei. In der Tat weiß ich auch nichts davon, und ich müsste ja dazu angehört werden, wenn es ein solches Verfahren gäbe.

Ein Parteiausschlussantrag müsste mit einem schweren Satzungsverstoß begründet werden. Als solcher soll mir offenbar die »Unterdrückung der Bekanntgabe der Gründung eines Ortsverbands« vorgeworfen werden. Der Haken daran: Erstens gibt es keine Satzungsvorschrift, die irgendwie die Bekanntgabe der Gründung eines Ortsverbands regelt. Zweitens kann auch keine Rede davon sein, dass ich die Gründung nicht bekannt gegeben hätte oder gar die Bekanntgabe durch andere unterdrückt hätte. Vielmehr habe ich persönlich den ordnungsgemäß gewählten Vorstand eingeladen, auf einer Kreisvorstandssitzung von der Gründung zu berichten. Dies war dann auch geschehen. Beschwerden des Ortsvorstands liegen auch in keiner Weise vor.

Es wäre schon absurd, wenn die Landesschiedskommission ein Ausschlussverfahren wegen der gar nicht vorgefallenen Nichteinhaltung einer gar nicht existenten Satzungsvorschrift einleiten würde.

Da die Antragsteller aber ja nun ausgetreten sind, ist das Verfahren ohnehin hinfällig und wir werden nie erfahren, welche nicht existente Vorschrift ich nicht nicht eingehalten habe.

[ Nachtrag ]

Irgendwie peinlich, wenn man schon so eine Aktion macht und dann vor der Presse bloß lächerliche Fotokopien der Mitgliedsausweise zerreißt. Jedenfalls hat Manfred Engelhardt – wie schon vor der Kommunalwahl – bewiesen, dass ihm das Wohl der Partei und der GenossInnen, mit denen er ach so oft die Solidarität beschwor, völlig egal ist, wenn er meint, ihm sei ein Härchen gekrümmt worden. Erst kurz vor der Landtagswahl veranstaltet er diesen Zirkus, obwohl er sich schon vor Monaten aus der aktiven Parteiarbeit zurückgezogen hat.

Ob es meiner Kandidatur geschadet hat? Wohl eher nicht, selbst in seiner unmittelbaren Nachbarschaft hatte ich recht respektable Wahlergebnisse.

Samstag, 17. April 2010

Wahlkampftag

Darius 23.50 Uhr Filed under: Was geht ab

Ich bin ziemlich k.o. nach dem Rumgegurke heute: 9.30 Aufbruch. Infostand am Holzgraben anliefern. Enttäuschung: Es ist nicht genug Infomaterial in den Kartons. Nochmal Wahlzeitungen im Parteibüro holen. Noch kurz an der Elsassstraße vorbeischauen: Steht der dortige Stand des OV Ost? Anscheinend niemand da. Hubert anrufen. (Er und Rudi ziehen dann los zur Elsassstraße.) Zeitungen und Befestigungsmaterial abliefern am Holzgraben. Inzwischen sind zuhause die Klappdisplays angekommen, also noch eben raus aus der Stadt, die neuen Displays wären praktisch am Stand. (Insbesondere, wo wir heute keinen Schirm da haben.) Noch schnell ein paar Steine gesammelt, damit wir etwas zum Beschweren der Flugblätter auf dem Tisch haben. Und eben eine Mail an Andrej mit dem PDF vom Veranstaltungsflyer, damit er den produzieren lassen kann. Noch schnell ein paar Eintrittsformulare einstecken, dann zurück Richung Innenstadt. Auf dem Weg beim Parteibüro vorbei, noch ›n paar Klappstühle holen. Finde sie im Keller. Mit Klappdisplays und -Stühlen zurück an den Stand. Displays aufbauen, Gespräche am Stand, Zeitungen usw. verteilen. »Suuuuper, ihr habt Windräder, darf ich eins haben?« – »aber sicher« usw. Politessen: »Sie dürfen den Wagen hier nicht stehen lassen, Sie haben keine Sondererlaubnis.« Wagen ins Parkhaus. Zurück an den Stand. Bemerke, dass meine Kandidatenflyer oft gar nicht mitverteilt werden. Ich soll zum Stand in der Pontstraße, da brauchen sie angeblich jüngeres Personal. Tote Hose in der Pontstraße, plaudere mit einem ehemaligen RCDSler, der sich am CDU-Stand offenbar auch langweilt. Ist eigentlich gar nicht mein Wahlbezirk. Sagt er auch zu mir. Nach einer Weile (und Eintreffen der »richtigen« Kandidatin Marika) zurück zum Holzgraben. Ist auch sonniger. »Können Sie mir mal kurz erklären, was das Programm Ihrer Partei ist?« usw. usf. Heute sind die Leute erheblich freundlicher als letzte Woche. Es geht auf vier Uhr zu, also Wagen holen. Stand einladen, im Parteibüro ausladen. Im Parteibüro nochmal Lamento über die künftige Raumnutzung. Genosse, du warst doch selbst dabei, als wir einstimmig beschlossen haben, dass da ein Regal hinkommt! Endlich kurz vor sechs. Bücherkiste von der gestrigen Veranstaltung in Alsdorf im Buchladen 39 abliefern. Ab nach Hause.

Mittwoch, 14. April 2010

Verfassungsschutz, bitte übernehmen Sie!

Darius 23.49 Uhr Filed under: Alles gesagt

Verfassung für das Land Nordrhein-Westfalen
Vierter Abschnitt – Arbeit, Wirtschaft und Umwelt

Artikel 24

(1) Im Mittelpunkt des Wirtschaftslebens steht das Wohl des Menschen. Der Schutz seiner Arbeitskraft hat den Vorrang vor dem Schutz materiellen Besitzes. Jedermann hat ein Recht auf Arbeit.

(2) Der Lohn muß der Leistung entsprechen und den angemessenen Lebensbedarf des Arbeitenden und seiner Familie decken. Für gleiche Tätigkeit und gleiche Leistung besteht Anspruch auf gleichen Lohn. Das gilt auch für Frauen und Jugendliche.

(3) Das Recht auf einen ausreichenden, bezahlten Urlaub ist gesetzlich festzulegen.

Artikel 25

(1) Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage werden als Tage der Gottesverehrung, der seelischen Erhebung, der körperlichen Erholung und der Arbeitsruhe anerkannt und gesetzlich geschützt.

(2) Der 1. Mai als Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde ist gesetzlicher Feiertag.

Artikel 26

Entsprechend der gemeinsamen Verantwortung und Leistung der Unternehmer und Arbeitnehmer für die Wirtschaft wird das Recht der Arbeitnehmer auf gleichberechtigte Mitbestimmung bei der Gestaltung der wirtschaftlichen und sozialen Ordnung anerkannt und gewährleistet.

Artikel 27

(1) Großbetriebe der Grundstoffindustrie und Unternehmen, die wegen ihrer monopolartigen Stellung besondere Bedeutung haben, sollen in Gemeineigentum überführt werden.

(2) Zusammenschlüsse, die ihre wirtschaftliche Macht missbrauchen, sind zu verbieten.

Artikel 28

Die Klein- und Mittelbetriebe in Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Gewerbe und die freien Berufe sind zu fördern. Die genossenschaftliche Selbsthilfe ist zu unterstützen.

Artikel 29

(1) Die Verbindung weiter Volksschichten mit dem Grund und Boden ist anzustreben.

(2) Das Land hat die Aufgabe, nach Maßgabe der Gesetze neue Wohn- und Wirtschaftsheimstätten zu schaffen und den klein- und mittelbäuerlichen Besitz zu stärken.

(3) Die Kleinsiedlung und das Kleingartenwesen sind zu fördern.

Artikel 29a

(1) Die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere stehen unter dem Schutz des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände.

(2) Die notwendigen Bindungen und Pflichten bestimmen sich unter Ausgleich der betroffenen öffentlichen und privaten Belange. Das Nähere regelt das Gesetz.

Natürlich wären auch andere Passagen zu markieren, um deren Schutz der Verfassungsschutz sich mal kümmern sollte, etwa die mit dem gleichen Lohn. Aber wenn ich zu viel markiere, sticht ja nichts mehr hervor.

Studiengebühren in NRW – Wer hat’s erfunden?

Darius 23.46 Uhr Filed under: Segnungen des Kapitalismus

Ich halte es für einigermaßen wichtig in der aktuelle Debatte, nicht zu vergessen, wer Studiengebühren in NRW eingeführt hat. Keineswegs haben erst CDU und FDP Studiengebühren eingeführt, sondern dies geschah unter Wissenschaftsministerin Gabriele Behler (SPD), also in der letzten Phase der Koalition von SPD und Grünen.

Nochmal kurz die Fakten:
Die vorletzte SPD-Wissenschaftsministerin in NRW, Anke Brunn, hatte sich in löblicher Weise persönlich eindeutig auf die Studiengebührenfreiheit festgelegt: »Solange ich Wissenschaftsministerin bin, wird es keine Studiengebühren in NRW geben.« Leider war sie schon wenige Monate später eben nicht mehr im Amt, als ihr Ministerium mit Behlers Schulministerium zusammengelegt wurde. Unter Gabriele Behler führten SPD und Grüne dann – übrigens gegen den heftigen Protest auch ihrer eigenen Studierendenverbände – sogenannte Langzeitstudiengebühren ein. Vorgängerin Brunn hatte noch die Position der Studierenden geteilt: Wenn wir damit einmal anfangen, werden Studiengebühren im nächsten Schritt ausgeweitet werden. Wie vorhergesehen geschah dies dann nach dem Regierungswechsel durch CDU und FDP.

Ich möchte in diesem Zusammenhang auch daran erinnern, dass es SPD und Grüne waren, die die Mitbestimmung in den akademischen Gremien zusammengestrichen haben. Während bis in die 90er Jahre Senat und Fachbereichsräte (in denen u.a. die Studierenden vertreten sind) die Entscheidungsgremien der Hochschulen waren und als Kontrollgremium der Konvent existierte, wurden unter Gabriele Behler die Entscheidungen den Rektoraten und Dekanaten (ohne Studierende) übertragen, während Senaten und Fachbereichsräten nur noch Kontrollfunktionen verblieben. Der Konvent wurde dadurch überflüssig und abgeschafft.
Freitag, 26. März 2010

Liebe Wählerinnen und Wähler

Darius 22.24 Uhr Filed under: Was geht ab

ob wir von der Wirtschaftskrise sprechen oder von der gescheiterten Bildungspolitik: Diese Miseren sind nicht aus heiterem Himmel gekommen, sondern die vorhersehbaren Folgen destruktiver Politik, oft von SPD und Grünen einge­leitet und dann von CDU und FDP noch verschärft.

Durch falsche Weichenstellungen und ungedeckte Versprechen der Landes- und Bundes­regierung werden unsere Städte und Gemeinden finanziell ruiniert, mit Mühe und Not werden die großen Einschnitte jetzt noch bis nach der Wahl aufgeschoben.

Dass das alte Schulsystem am Ende ist, kann seit dem Pisa-Schock niemand mehr vertuschen. Wir brauchen dringend ein Bildungssystem, das Kinder in ihren unterschiedlichsten Bedürfnissen fördert, statt sie auszusortieren. DIE LINKE ist die einzige Partei, die sich mit Nachdruck dafür einsetzt, das verkorkste Bildungssystem endlich wieder auf die Beine zu stellen, mit einer Schulform für alle, wie es sie in vielen anderen Ländern mit großem Erfolg gibt.

Wir brauchen in NRW auch den Willen, wirtschaftlich endlich neue Wege zu gehen. Eine Wende hin zu guten und gesunden Arbeitsplätzen mit Zukunft in umweltfreundlichen Branchen ist nur möglich, wenn wir uns auch wagen, die Macht der Energie- und Chemiekonzerne zurückzudrängen. Wir brauchen einen attraktiven und preiswerten Nahverkehr für alle. Unsere Städte platzen vor Autos, und daran ändert auch kein noch so umweltfreundlicher Motor etwas. Nein, DIE LINKE hat keinen Frieden mit der Autolobby und den Energiekonzernen geschlossen. Aber DIE LINKE hat als einzige große Partei Frieden mit den Menschen geschlossen und ist konsequent gegen soziale Ausgrenzung und Krieg. Auch gegen die Beteiligung an Krieg, Rüstung und Rüstungsforschung aus NRW. Dafür will ich mich einsetzen.

Ihr und euer Darius Dunker

Donnerstag, 18. März 2010

Schön synchron

Darius 15.56 Uhr Filed under: My WebLab

Wunderbar. Hat man erstmal die richtigen Hilfsmittel gefunden, um alles miteinander zu verbinden, dann lässt sich mein neues Linux-Smartphone tatsächlich via SyncML mit O2 synchronisieren, und von dort z.B. mit Mozilla Sunbird.

Auf das N900 kommt Syncevolution, um SyncML nachzurüsten, Sunbird erhält das Funambol-Addon, dann jeweils mit O2 verbinden, fertig.

So geht es Schritt für Schritt: Im N900 die Softwarequelle »extras-devel« freigeben, wie unter http://wiki.maemo.org/Extras-devel beschrieben (ganz unten auf der Seite). Danach lässt sich das Paket Syncevolution über den Programmmanager des N900 installieren. Dort die Daten von O2 (oder einem anderen Dienst mit SyncML-Schnittstelle) eingeben:

Sync URL: http://syncml.02online.de/syncml.osp
Web URL: https://email.o2online.de
Username: O2
Passwort: O2
Contacts database: kontakte
Calendar database: kalender
Tasks database: aufgaben
Notes database: notizen

So ähnlich sind die Daten dann auch im Funambol-Plugin für Sunbird einzugeben. Dort ist als Username allerdings die Handynummer und als Passwort das Passwort anzugeben, das man für o2online.de benutzt.

Im ersten Moment habe ich mich gewundert, warum denn das Plugin nur die Synchronisation von Terminen und Aufgaben anbietet, während die Kontakte ausgegraut bleiben. Aber logisch: Sunbird ist ja nur ein Kalender, keine Adressverwaltung. Ich werde es nochmal mit Thunderbird plus Lightning versuchen, bin aber äußerst optimistisch, denn mit den Terminen hat es prima geklappt.

(Natürlich gilt hier wie überall angegeben: Keine Gewähr, keine Haftung für irrtümliche Löschungen usw.)

Montag, 8. März 2010

Endlich wieder up to date

Darius 2.28 Uhr Filed under: My WebLab

Nach einem gescheiterten Versuch mit Plesk 9.2 im Januar habe ich heute endlich meinen Server von Plesk 8.6 auf 9.3 updaten können. Puh, die alte Installation war inzwischen völlig vermurxt und musste endlich weg. Leider ist die Prozedur immer noch ziemlich kompliziert, wenn man folgende Schritte durchführen will:

  • Backup auf dem alten System anlegen.
  • Denselben Server mit neuer Software neu installieren lassen.
  • Das Backup zurückspielen auf die neue Umgebung.

Klingt nicht so schrecklich, zumal Plesk ein Tool zum Konvertieren eines 8.x Backups für Plesk 9.x bietet. Leider hat das bei meinem Versuch im Januar aber an so vielen Stellen geklemmt, dass ich vorerst das alte System hatte zurückspielen lassen. Nun ging es mit einigen Vorbereitungen dann zu meinem großen Erstaunen relativ glatt. Vielleicht hilft es irgendwem, wenn ich folgende Schritte verrate, die ich durchgeführt hatte:

  • Zuerst mal die alte Installation ein bisschen vorbereiten. Mein erster Upgrade-Versuch war unter anderem daran gescheitert, dass in einem Fall ein Kunde und ein Domaininhaber mit dem gleichen Namen angelegt waren. (Logisch: Es war auch dieselbe Person. Aber Plesk 9 mag das offenbar nicht.) Wenn man es vorher weiß, kann man ganz problemlos die Namen in Plesk ändern. (Ich habe im einen Fall einfach »Kunde« zum Namen hinzugefügt.)
  • Die Inhalte von Horde (z.B. Kalender und Adressbücher) werden vom Pleskbackup nicht erfasst. Ebenso die Einstellungen von Mailman (Plesk sichert die Namen der Mailinglisten und deren Mitglieder, aber nicht die Detaileinstellungen der Listen, z.B. die Sprache oder die Abonnementregeln). Also gegebenenfalls diese Daten nach den Angaben von Horde und Mailman sichern.
  • Die Backups habe ich dann auf der Kommandozeile erzeugt und im sicheren Bereich des virtuellen Servers abgelegt, der bei der Neuinstallation unberührt bleibt. (Zur Sicherheit habe ich die Backups dann aber auch noch heruntergeladen.) Siehe dazu das Handbuch zum »Migration Manager«.
  • Dann die Neuinstallation des Servers mit neuerem Linux und neuem Plesk veranlassen (bei meinem Provider ist das SuSE 11.1 mit Plesk 9.2).
  • Plesk updaten auf die neueste verfügbare Version (9.3). (Am besten auch über die Kommandozeile, sonst werden einzelne Pakete nicht aktualisiert. Im Ergebnis meldet Plesk, dass Updates für 9.3 vorlägen, aber »alle« Komponenten scheinen up-to-date.)
  • Mit dem Updater von Plesk die benötigten Komponenten nachinstallieren (Mailman, Horde, Backupmanager, Migrationmanager).
  • In Plesk Mailman aktivieren (Mailman-Admin-Passwort anlegen, muss nicht unbedingt wie das alte sein).
  • Mailman-Voreinstellungen in der Datei mm_cfg.py einstellen, z.B. die Sprache auf ›de‹.
  • Das Plesk-Backup konvertieren von 8.x zu 9.3 (wie in der Migrationsanleitung).
  • Wegen der Serverneuinstallation stimmt leider die Signatur des Backups nicht. Also Signatur aus der XML-Datei im konvertierten Backup (Dump) entfernen. Außerdem trat bei meiner XML-Datei ein Fehler mit dem Eintrag »info_not_required« auf. Den betreffenden pinfo-Eintrag habe ich deshalb ebenfalls entfernt.
  • Jetzt kann unter Plesk der Backup-Manager das konvertierte Update installieren.
  • Tatsächlich waren diesmal alle Kunden, Domains, Webseiten, Datenbanken, Mailaccounts und Mailinglisten wieder da. Die Mailinglisten müssen ggfs. nachkonfiguriert werden, wenn sie sich von den Vorgaben der defaults.py und den Anpassungen der mm_cfg.py unterscheiden sollen.
  • Zuletzt trieb mich Horde noch zur Verzweiflung. Jedenfalls erreichte ich Horde nicht wie zuvor über die Subdomain webmail. Letztlich ist es eine lächerliche Kleinigkeit, die man wissen muss: Horde muss bei Plesk 9.3 mehrfach ausgewählt werden (weil Plesk jetzt auch andere Webmailer unterstützt): 1. muss das Paket mit dem Updater installiert werden (s.o.). 2. ist in den Servereinstellungen im Bereich Mailserver Horde als Webmail-System zu wählen. Jetzt könnte man denken, damit wäre es getan. Erforderlich ist aber 3., bei jeder Domain, die Horde anbieten soll, speziell nochmal bei den Maileinstellungen für diese Domain Horde als Webmailer auszuwählen.
  • Jetzt kann vielleicht bei den Maileinstellungen des Servers noch zen.spamhaus.org eingetragen werden (dort, wo spamhaus als Beispiel steht). Es genügt aber dieser eine Eintrag für Spamhaus, er schließt die anderen Spamhaus-Mechanismen ein. Und dann bitte beachten, dass zum Mailversand jetzt immer Port 587 statt 25 für den SMTP-Server in den Mailprogrammen eingestellt werden muss.
Dienstag, 27. Oktober 2009

Attestierte schlechte Laune

Darius 0.55 Uhr Filed under: Medienschelte

Ich mag es ja gar nicht, wenn jemand anderes mir meint attestieren zu können, ob ich gute oder schlechte Laune habe oder zu seiner Aussage das passende oder unpassende Gesicht gemacht habe. Die Homepage einer mir bis dato völlig unbekannten Zeitschrift namens Message (»Internationale Zeitschrift für Journalismus«, der Schriftzug erinnert aber irgendwie an Massacre) attestiert den Machern des Internetmanifestes schlechte Laune. Und doch bringt das auf den Punkt, was irgendwie auch mein Unbehagen mit dem Manifest war, obschon ich ihm in vielen Punkten zustimme. Zugleich kommt Message so überheblich und großkotzig daher, dass ich mir dreimal überlegt habe, ob ich weiterlese:

Die 17 Thesen von Deutschlands bekanntesten Web-Journalisten sind überraschend dürftig, sagen unsere Experten. Sie haben weitergedacht

Die Titelankündigungen zum Themenkomplex Internetmanifest kommen daher wie ein wütender Gegenangriff mit schweren Geschützen: Ein »führender Online-Experte« wird angekündigt, ein »renommierter Experte für internationalen Medientrends und Journalismus und Professor« fährt »Gegenthesen« auf und »einer der profiliertesten Experten für Qualitätsmanagement und Professor« soll »das Selbstverständnis der Onliner« auseinandernehmen. Wenn ich das allein lese, könnte ich nur noch kotzen. Ich habe vorhin aber nicht so genau hingeschaut und dann doch gelesen. Zumindest den ersten Text, den zur schlechten Laune, weil mir der Themenkomplex auch schlechte Laune macht.

Ich hatte einst auch Journalist werden wollen, mich aber nach einem Praktikum in einer Redaktion, in der fast alle sagten, dass sie ja eigentlich einen engagierten Journalismus machen wollten, aber nunmal in dieser Redaktion gelandet seien, bei der das leider gar nicht vorgesehen ist, dagegen entschieden. Ich malte mir keine Chancen aus, von hier aus in einer der wenigen Redaktionen mit halbwegs vertretbarem Selbstverständnis zu landen, als hätten die gerade auf mich gewartet. Ob das Deutsch-Lehramtsstudium dann die bessere Wahl war, ist eine andere Frage. Nun bin ich weder Journalist noch allzu eifriger Blogger, aber ich hatte die Ehre, für ein paar Jahre die Redaktion einer über 50 Jahre alten nichtkommerziellen Zeitung zu leiten. Heute bin ich unter anderm Gelegenheitsblogger und Onlineredakteur eines nichtkommerziellen Gemeinschaftsblogs, das sich etwas zu Unrecht Zeitung nennt. Insofern fühle ich mich von der Fragestellung des Verhältnisses von professionellem Journalismus und Blogosphäre durchaus tangiert. Vieles von der Kritik, die Christoph Neuberger (der »führende Online-Experte«) formuliert, ist berechtigt. Ãœberhaupt ist sein Artikel gar nicht so agressiv, wie man nach Ankündigung und Ãœberschrift meinen könnte.

Die Frage scheint mir ungeklärt, wie unter den gegenwärtigen ökonomischen Verhältnissen eine Existenz für JournalistInnen – und andere geistige ArbeiterInnen! – denkbar ist, wenn auf eine Sicherung der kommerziellen Verwertung durch Urheberrecht verzichtet werden soll. Neuberger macht es sich zu einfach, wenn er die Frage mit Verweis auf »das Scheitern vieler Versuche, Nutzergebühren einzuführen« zurück an die Seite der BloggerInnen gibt. Seit Jahren schon erwarte ich (soll nicht heißen: mit Vorfreude), dass der große Durchbruch des kommerziellen Internet kommt, wenn sich überhaupt erst eine akzeptiert einfache und anonyme Methode des Micropayment im Web durchsetzt. Wenn aber die tagesaktuelle Suche in der Online-Ausgabe der örtlichen Tageszeitung so aussieht, ist es kein Wunder, dass Nutzergebühren nicht angenommen werden:

In Zusammenarbeit mit GBI bieten wir an dieser Stelle die Möglichkeit an, in unserem Zeitungsarchiv zu recherchieren. Es umfasst Artikel, die seit dem 1.7.2003 erschienen sind. Die Suche mit einer Ergebnis-Übersicht (Kurztext) ist kostenlos. Der Artikel im Volltext kostet 2,38 Euro.

Ähnliches gilt – um die Perspektive erneut nicht auf Presse zu beschränken –, wenn für Musikalben im Web völlig absurde 10 Euro verlangt werden, wo weder ein Händler mich berät, noch ein Landengeschäft steht oder physische Tonträger in einer Fabrik erzeugt, über Zwischenhandel geliefert werden und schließlich über die Theke wandern. Von der ganzen verkorksten DRM-Thematik ganz zu schweigen. Die Verantwortung dafür, dass es bisher nicht gelungen ist, akzeptierte Zahlungsformen zu etablieren, liegt meiner Meinung nach nicht bei den KonsumentInnen und nicht an freischaffenden KünstlerInnen und BloggerInnen, sondern an der Unfähigkeit von Banken, Medien- und Handelskonzernen, die althergebrachten Zahlungsweisen ins Internetzeitalter zu transferieren. Wir schreiben das Web 2.0, aber die Zahlsysteme sind eigentlich noch nicht im Web 1.0 angekommen. Ich habe doch tatsächlich zuletzt wieder eine Zahlung per Nachnahme für eine Online-Bestellung bei einem Telekommunikationskonzern durchgeführt, weil das die akzeptabelste Bezahlweise war.

Ich möchte, dass es JournalistInnen gibt, die ein Thema gründlich recherchieren, und deren Existenz wirtschaftlich gesichert ist, damit sie sich die Zeit für eine solche Recherche nehmen können. Als Blogger möchte ich solche JournalistInnen nicht ersetzen. Ich kann und möchte es nicht leisten, den gleichen Aufwand zu treiben, wie ich ihn mir idealerweise von einer JournalistIn erhoffe. Die Seite des professionellen Journalismus muss sich aber auch fragen lassen, ob sie denn selbst den Qualitätsjournalismus bietet, den sie zu verteidigen behauptet. Nicht ohne Grund beschränkt sich Bildblog längst nicht mehr auf die namensgebende Publikation. Unsere eigene »Zeitung« ist nicht entstanden, weil wir uns für die besseren Journalisten hielten. Wir haben damit angefangen, weil die Bürgerinitiative, in der wir uns engagierten, über weite Strecken von den Lokalzeitungen ignoriert wurde. Erst als wir rund 10.000 Unterschriften gesammelt hatten, gab es immerhin bei den privatwirtschaftlichen Zeitungen ein Umdenken, während der öffentlich-rechtliche WDR, eine der größten Sendeanstalten der Welt, uns bis zum Tag vor dem Bürgerentscheid zu verarschen versucht hat. (Und noch als wir die Abstimmung haushoch gewonnen hatten, wurde beim WDR dem Oberbürgermeister mehr Platz eingeräumt als der Bürgerinitiative.) Die Existenz von Blogosphäre (dazu zähle ich unsere »Zeitung«) und klassischen Redaktionen kann einander hervorragend ergänzen. Mehrfach schon haben wir Themen zuerst aufgegriffen, die dann in sorgfältigerer Weise nochmal von den Zeitungsredaktionen nachrecherchiert wurden. Andere Sichtweisen wurden ergänzt, formale Grundlagen erklärt. Natürlich ist es lächerlich, dass die lokalen Zeitungsredaktionen uns als Quelle stets verschweigen, obwohl der seriöse Journalismus seine Quellen angeblich ja nennt, während wir unseriösen Blogger die Zeitung als Quelle nennen, wenn sie eine ist. Geschenkt!

Natürlich gibt es einfache Lösungsvorschläge:

  • Es könnten JournalistInnen, MusikerInnen, KünstlerInnen und andere KopfarbeiterInnen staatlich beschäftigt werden, sodass sie ihre Werke nicht verkaufen müssen, sondern der Allgemeinheit frei zur Verfügung stellen. Tatsächlich findet das ja teil- bzw. ansatzweise statt (z.B. mit öffentlich-rechtlichen Medien oder KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen, die staatlich finanziert werden und die Ergebnisse dann im Idealfall der Allgemeinheit zur Verfügung stellen), aber gegenwärtig nur für eine kleine Auswahl vorgesehen. Tatsächlich sind die Bedingungen, unter denen z.B. SchriftstellerInnen oder KünstlerInnen manchmal – und dann nur zeitweise – staatlich finanziert werden, nicht unproblematisch.
  • Es könnte ein Grundeinkommen eingeführt werden, das so hoch ist, dass KünstlerInnen, JournalistInnen usw. ausreichend davon leben könnten. Viele Linke wollen das, aber duchsetzbar ist es kurzfristig wohl kaum in einer solchen Höhe (ein niedriges Grundeinkommen aber wäre kein Fortschritt).
  • Es könnte eine Pauschale von den Internetprovidern kassiert werden, die über eine Verwertungsgesellschaft an InhaltsproduzentInnen ausgestreut wird. Ich wäre da aber nach den Erfahrungen mit VG Wort und GEMA sehr skeptisch, dass diese Gelder wirklich gerecht bei den InhaltsproduzentInnen ankämen. Zudem wäre eine monströse Verwaltung erforderlich (die einen Teil der Einnahmen selbst verschlingen würde) und es müssten überhaupt Kriterien einer fairen Verteilung entwickelt werden. Am ehesten droht noch, dass mit einem solchen Modell die großen Verlage an die Geldbörsen der InternetnutzerInnen wollen.

[muss noch fortgesetzt werden]