Dienstag, 2. Januar 2007

Spezialdetektiv im Gingerbierrausch

Darius 4.03 Uhr Filed under: Medienschelte

Ich habe zu Weihnachten eine Hörspielfassung von Hunter S. Thompsons »Fear And Loathing in Las Vegas« verschenkt. Die Sprecher – Martin Semmelrogge, Smudo und Günter Amendt – geben sich Mühe, und insbesondere Semmelrogge bringt die Story gut rüber. Unverständlich ist mir aber, warum niemandem bei dieser Produktion aufgefallen ist, wie schlecht die Übersetzung ist.

Dass Günter Amendt Grapefruit nicht aussprechen kann, ist nicht schlimm, auch wenn man ihm mit dem Wort Pampelmuse hätte helfen können. Dass von einer Polarbärenshow die Rede ist statt einer mit Eisbären, ist auch unwichtig.

Ohne den englischen Text zu kennen, war mir aber klar, dass gewiss nicht – wie es in dieser deutschen Fassung heißt – von einem »Gingerbier« erzählt wird (auch keinem Ingwerbier, was immerhin etwas besser hinkäme), sondern von der auch hierzulande unter dem Namen Ginger Ale vertriebenen Ingwerlimonade. Nur so ergibt die Passage Sinn, denn das Ginger Ale wird erwähnt, gerade weil es kein wirkliches Bier ist und keinen Alkohol enthält.

Unlogisch ist auch die Passage, in der es um eine Polizeikonferenz geht, auf der sich der Protagonist als »Privatdetektiv« ausgibt, um unter lauter Polizisten nicht aufzufallen. Was aber hätte ein Privatdetektiv auf einer Tagung der Polizeifunktionäre zu suchen? Etwas später ist statt dessen von einem »Spezialdetektiv« die Rede. Vermutlich steht im Originaltext »Special Agent«. Kann man da Sonderermittler sagen? Das wäre wohl allemal passender als Privat- oder Spezialdetektiv…

FingertierKomisch jedenfalls, dass ein so bekanntes und ja groß verfilmtes Buch in so schlampiger Übersetzung als Hörbuch rausgebracht wird. Vielleicht ist es aber auch kein Zufall, dass der Verlag, in dem die deutsche Ausgabe des Buches erschien, auch die deutsche Ausgabe von Douglas Adams‹ Last Chance to See (Die letzten ihrer Art) im Programm hat. Dort heißt es vom Fingertier, es habe »a tail like a large ostrich feather«, übersetzt als »eine straußenfederähnliche Taille«, was ein noch viel bizarreres Tier ergäbe, wäre denn nicht in Wirklichkeit der Schwanz gemeint, der wie eine große Straußenfeder aussieht. Leider weiß das Buch zwar von aussterbenden Lemuren zu berichten, vom Aussterben der Lektoren muss man jedoch zwischen den Zeilen lesen…

Donnerstag, 14. Dezember 2006

Bauernweisheiten

Darius 19.17 Uhr Filed under: Medienschelte

Schön, dass es unsere Freunde und Helfer gibt. Dass sie sogar unaufgefordert Benzinspartipps geben, wie der Nachrichtenseite eines hiesigen Lokalsenders zu entnehmen ist, mag ja sogar halbwegs in ihr Ressort gehören:

Mit den Worten, »da hat der diesmal aber viel gebraucht« bezahlte der Autofahrer und fuhr rasant von davon – Nicht gerade günstig für den Spritverbrauch, so die Polizei.

Dort sind aber auch wichtige grüne Hinweise wie dieser zu lesen:

laut Polizei mache Kleinvieh auch Mist

Wie gut, dass man sich bei derlei Bauernweisheiten jetzt auf die Polizei berufen kann. Würde ein Journalist von sich aus solche abgedroschenen Floskeln verwenden, wirkte es doch etwas dürftig. Aber mit staatlicher Autorität macht’s doch noch was her…

Donnerstag, 12. Oktober 2006

Danke, »Bild«!

Darius 0.28 Uhr Filed under: MedienschelteSegnungen des Kapitalismus

Danke, Bildzeitung, dass du die Werbekampagne, bei der du einige intelligente Köpfe für dein jede Intelligenz beleidigendes Blatt instrumentalisiertest, vorerst eingestellt hast und dich auf deine eigentliche Kernkompetenz zurückbesinnst::

Ja, meine Brüste sind gemacht

Logisch zwingend ist es zwar nicht, dass – der Untertitel der Werbung wurde beibehalten – dies eine Wahrheit wäre, die jemanden bräuchte, der sie ausspräche, aber Logik ist nicht nur in deiner Werbung ja kein Argument.

Ich hatte erwartet, dass Du, Bildzeitung, in der nächsten Runde der Kampagne »Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht«, noch eine Runde nachlegst. Oh wie hätten wir Linken geschimpft, wenn du z.B. das Plakat »Freiheit ist immer die Freiheit des anders Denkenden« / Rosa Luxemburg gebracht hättest. Aber dazu warst du dann doch zu feige. Stattdessen jetzt also

Papa, ich bin schwul. – Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht. – BILD

Also wenn eins klar ist, dann dass Bild sicher der falscheste Ort ist, um Papa erfahren zu lassen, dass mann schwul ist. Wenn schon, aber ihr seid eben nicht originell, dann hätte der Spruch ohnehin heißen müssen »Ich bin schwul und das ist gut so.«

Montag, 2. Oktober 2006

Studie belegt Realitätsnähe von Kinderliteratur

Darius 0.19 Uhr Filed under: MedienschelteSegnungen des Kapitalismus

In einer umfangreichen Studie aus dem vergangenen Jahr wird die Realitätsnähe der Kinderbuchserien Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg ausführlich dokumentiert:

Der Staat bzw. die Politik (im engeren Sinne) wird in den Hörspielen vornehmlich durch den Bürgermeister repräsentiert […] Er tritt in der Regel nur als »der Bürgermeister« in Erscheinung und ist allzu oft der Gegenspieler von Benjamin bzw. Bibi. In Neustadt ist er (auch wenn er selbst vom Gegenteil überzeugt ist) nicht sonderlich beliebt. […] Stattdessen plant er Dinge, die – vielleicht außer wenigen profitgierigen Wirtschaftsvertretern – niemand braucht bzw. haben möchte und die zudem umweltschädlich sowie kostspielig sind. […] Er ist grundsätzlich nicht am Wohl der Bürger, sondern nur an dem von ihm definierten Wohl der Stadt, vor allem aber an seinem eigenen Wohl interessiert. […] er ist stets auf der Suche nach neuen Einnahmequellen […] um das Rathaus zu renovieren, sein Büro zu vergrößern, einen neuen Dienstwagen […] zu kaufen[…]

Aber auch

Die Wirtschaft wird durch Herrn Schmeichler sowie durch verschiedene andere Akteure, wie z.B. Ulrich Umsatz oder Bankdirektoren, repräsentiert […]. Ihnen gemeinsam ist, dass ihnen Geld sehr viel bedeutet und ihnen beinahe jeder Weg recht ist, um an Geld zu kommen. Herr Schmeichler, der als »Baulöwe« oder »Immobilienhai« bezeichnet wird und für den ein Sparbuch »der erste Schritt zur Menschwerdung [ist]«, schreckt zum Beispiel nicht davor zurück, andere auszunutzen oder zu betrügen […]. Sein Name ist Programm: Er heuchelt, lügt und betrügt, um seinen Nutzen zu maximieren.

So viel Realitätsnähe kann natürlich für Kinder nicht gut sein, und darum warnt auch die Bundeszentrale für propagandistische politische Bildung eindringlich davor:

Die Hörspiele von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg verdienen aus politikwissenschaftlicher Sicht keineswegs das Prädikat »wertvoll«:

Zumindest, wenn Politkwissenschaft heißt, aus der Sicht der Politik Wissen zu schaffen.

Samstag, 2. September 2006

Neues aus der Tierwelt

Darius 1.13 Uhr Filed under: MedienschelteNatur und so

Normalerweise interessiert mich herzlich wenig, worüber man sich in der Welt der Fleischesser mal wieder aufregt. Etwas seltsam fand ich aber doch, als vorhin im Radio von »Döner- und Entenfleisch« die Rede war. Auch ein bekanntes Nachrichtenportal berichtet:

Dort [in München] hatten gestern und heute Morgen die Fahnder der Soko »Kühlhaus« bis zu 70 Tonnen Döner- und Entenfleisch sichergestellt. Deren Mindesthaltbarkeitsdatum war teils um vier Jahre überschritten. Von den ersten 20 begutachteten Proben waren 17 auffällig. »Sie waren ranzig, muffig, alt und fremdartig, erschienen grünlich und Ekel erregend«, so ein Behördensprecher. Ob das vergammelte Fleisch auch gesundheitsgefährlich ist, sollen mikrobiologische Analysen bis Mitte nächster Woche erweisen.

Wenn es nach mir ginge, sollten gar keine Enten und Döner zur Fleischproduktion getötet werden.
Die Spiegelleser wollen ja angeblich mehr wissen und sind deshalb bestimmt auch schon alle ganz gespannt auf das schwer vorherzusagene Ergebnis, ob das vier Jahre alte, grünliche, ekelerregende Fleisch eventuell ungesund ist.

Samstag, 27. Mai 2006

Aber

Darius 9.31 Uhr Filed under: Medienschelte

Spiegel online berichtet vom Messerstecher am Berliner Hauptbahnhof:

Nach ersten Erkenntnissen kommt der Teenager aus dem Stadtteil Neukölln, er habe »keinen Migrationshintergrund«, hieß es[,] sei aber bereits polizeilich mit einer Körperverletzung und mit Sachbeschädigung in Erscheinung getreten. Sei Motiv ist laut einem Polizeisprecher zunächst »völlig unklar«, ebenso, ob er unter Alkohol oder Drogen stand.

Das (von mir hervorgehobene) Aber stellt einen Sinnzusammenhang her, den der Verfasser sicher nicht ausdrücken wollte, aber womöglich schon verinnerlicht hat: als wäre Gewalttäter eine Teilmenge bzw. Vorstufe von »Mensch mit Migrationshintergrund«.
Zum Vergleich die anderen Nachrichtenportale. N-tv.de berichtet:

Es handele sich um ein 16-Jährigen Deutschen aus dem Berliner Stadtteil Neukölln, so Polizeisprecher Schodrowski. Der 1989 Geborene habe »keinen Migrationshintergrund«. […]
Der mutmaßliche Täter sei der Polizei wegen anderer Gewaltdelikte bekannt.

und (offenbar aus der gleichen Agenturmeldung) fast gleichlautend die Konkurrenz N24.de:

Es handele sich um einen 16-Jährigen Deutschen aus dem Berliner Stadtteil Neukölln, so der Sprecher weiter. Der 1989 Geborene habe »keinen Migrationshintergrund«. […]
Der Jugendliche sei der Polizei wegen anderer Gewaltdelikte bekannt.

ARD und ZDF schaffen es immerhin, einen Zusammenhang, der von der Polizei ausdrücklich dementiert wird, auch nicht zu vermelden. Heute.de:

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich nach seinen Angaben um einen 16-jährigen Jugendlichen aus dem Berliner Stadtteil Neukölln.[…]
Das Motiv war zunächst unklar. Der junge Deutsche sei wegen Körperverletzung bereits bei der Polizei registriert, sagte der Polizeisprecher.

Tagesschau.de hat ein anderes Aber:

Der mutmaßliche Täter stamme aus dem Stadtteil Neukölln und sei der Polizei wegen anderer Gewaltdelikte bekannt. Sein Motiv sei noch ungeklärt. Einen rassistischen Hintergrund schloß die Polizei aber aus.

Angesichts dessen, dass die gleichen Nachrichtenportale gerade von zahlreichen rassistischen Gewalttaten berichtet hatten, ist dieses Aber sicherlich ein berechtigtes Eingehen den in den anderen Fällen bestehenden Sinnzusammenhang.

Donnerstag, 25. Mai 2006

Journalistische Meisterleistungen

Darius 16.08 Uhr Filed under: MedienschelteWas geht ab

Auch die Lokalpresse weiß, wann sich Empörung und Betroffenheit schicken, und titelte in den vergangenen Tagen groß von der schlimmen Zunahme rechtsextremer Gewalt. Erst am vergangenen Wochenende war der migrationspolitische Sprecher der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Giyasettin Sayan, brutal überfallen worden. Wenn zwei Arbeitstage später Sevim Dagdelen, die migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, sozusagen Sayans große Schwester, in Aachen ist, sollte man meinen, die Presse wäre daran interessiert, mit dieser über die Situation von MigrantInnen im Lande zu sprechen. Nicht so die Aachener Presse: »Wir konzentrieren uns ganz auf den Karlspreis«, winkt die Politikredaktion der Tageszeitungen ab. Auch der WDR und dessen privatwirtschaftliche Konkurrenz verzichten ganz darauf, auf das Angebot eines Pressegesprächs auch nur zu reagieren. Gestern noch über Angriffe auf MigrantInnen empört, heute ist das Thema anscheinend schon wieder eins, das nur die AdressatInnen der Gewalt selbst interessiert: Einzig Hürriyet schickt einen Mitarbeiter zum Pressegespräch. Der hat wenig Fragen und mit dem Thema eigentlich schon abgeschlossen: »Ich ziehe wieder in die Türkei«, sagt er. Eine Stunde später schlurft dann – man ist schon dankbar, dass man sich nicht noch mehr für das offensichtliche Desinteresse der lokalen Medien schämen muss – grußlos ein freier Mitarbeiter der einen Zeitung herein – er soll einen kleinen Bericht für den Lokalteil schreiben –, bequatscht die Bundestagsabgeordnete lieber in ihrer Pause vor der bald darauf geplanten Rede. In seinem Bericht wird er später die Politikerin der Partei des Moderators der Veranstaltung zuordnen. Seine Redaktion wird anschließend schon daran scheitern, den Namen der Abgeordneten richtig aus dem Text in die Überschrift zu übernehmen.

Dienstag, 17. Januar 2006

Volle Kraft voraus und Augen zu

Darius 16.28 Uhr Filed under: MedienschelteOpium des Volkes

Zum wiederholten Male gibt es eine groß angelegte Umfrage der »Perspektive Deutschland« von McKinsey, stern, ZDF und Web.de unter Schirmherrschaft Richard v. Weizsäckers.

Wie bei jeder gut manipulierten Umfrage wird vor Beginn der Befragung schonmal klargestellt, was rauskommen soll. Zum Geleit schreibt der ehemalige Bundespräsident auf der Titelseite:

»Wir müssen konsequent die begonnenen Reformen fortsetzen.«

In der Umfrage selbst wird dann z.B. gefragt:

Was meinen Sie zu folgenden Aussagen?
  • Nach der vorgezogenen Bundestagswahl wird sich der Reformprozess in Deutschland beschleunigen.
  • In den nächsten Jahren wird die Bereitschaft der Bevölkerung in Deutschland zunehmen, Reformen mitzutragen, auch wenn diese für den Einzelnen Nachteile mit sich bringen.
  • In den nächsten Jahren wird die Reformfähigkeit der Politik in Deutschland zunehmen.

Allerdings ist dann natürlich keine differenzierte Meinung vorgesehen, sondern man darf nur wählen zwischen Abstufungen von »Stimmt genau« bis »Stimmt gar nicht«. Auffällig, dass erstmal nur über die Zustimmung zu irgendwelchen Reformen gefragt wird, ohne dass gesagt wird, worin diese Reformen bestehen sollen.

Später kann man dann über so tolle Dinge abstimmen, wie »Sollten die sozialen Unterschiede in der Zukunft in Deutschland geringer oder größer als heute sein?«

Überhaupt nicht manipulativ ist auch die Frage »In welche Richtung sollte sich Deutschland Ihrer Meinung nach in Zukunft verändern, wenn es um den Lohn für Leistung geht?« mit Antworten von »Wer viel leistet, sollte viel weniger
belohnt werden als heute.« bis »Wer viel leistet, sollte viel stärker belohnt werden als heute.«

Schließlich gipfelt es in einer Gegenüberstellung von »Modell A« und »Modell B«, wobei A wohl das sozialstaatliche und B das kapitalistisch entfesselte sein soll, und A verbunden wird mit »Steuern und Abgaben sind viel höher als heute«, »Wer viel leistet, wird dafür viel weniger belohnt als heute.« und »Die Gesellschaft verändert sich viel langsamer als heute.«, und nachgeschoben wird dann eine weitere Frage, in der behauptet wird, bei A gehe es auch der Wirtschaft schlechter, ob man dann immer noch dafür sei?

Später wird man gefragt, welche Form von Verschlechterung man gerne für einen
auf drei Jahre (!) sicheren Arbeitsplatz in Kauf nähme:

  • … mich auf eine andere Tätigkeit bei demselben Arbeitgeber umschulen zu lassen.
  • … in eine andere Region umzuziehen, die mehr als 100 km von meinem derzeitigen Wohnort entfernt ist.
  • … je nach Auftragslage mal mehr, mal weniger Stunden pro Woche zu arbeiten.
  • … nur am Wochenende zu Hause zu sein.
  • … auf 10% meines Gehalts zu verzichten.
  • … vier Stunden in der Woche ohne Mehrbezahlung länger zu arbeiten.
  • … zwei Stunden täglich zu pendeln.
  • … auf fünf Urlaubstage zu verzichten.

usw. usf.

Jedenfalls scheint mir der wissenschaftliche Ertrag durch eine so suggestive Umfrage sehr gering zu sein, denn ein Großteil der Fragen lässt sich z.B. nicht klar so beantworten, dass man für Veränderungen, aber im Sinne von mehr sozialer Gerechtigkeit sei usw. Oder die Frage, ob man für schnellere oder langsamere gesellschaftliche Veränderung sei, ist ja wohl erheblich vom nicht zur Debatte gestellten Aspekt abhängig, wohin die Veränderung denn gehen soll.

Der Sinn der Umfrage scheint mir vielmehr zu sein, dass man über den geschickt aufgebauten Fragenkatalog immer mehr in das Denken der Sachzwänge und nicht definierten Reformnotwendigkeiten hineingeführt wird. Etwa, dass es eben notwendig sei, für drei Jahre Arbeitsplatzsicherung erhebliche Nachteile in Kauf zu nehmen. Die zugelassene Frage ist ja nur, welche denn.

Etwa 500.000 Menschen sollen sich im vergangenen Jahr mehr oder weniger freiwillig dieser Gehirnwäsche unterzogen haben. Für die Teilnahme wird mit Prämien (5 â?¬ Buchgutschein über Ciao.de) und Verlosungen geworben, nach dem Schneeballprinzip soll man schließlich noch weitere Menschen zur Teilnahme beschwatzen, um seine Chancen bei der Verlosung zu verbessern.

Mehr dazu:

Montag, 16. Januar 2006

Zeigt her eure Füße

Fernsehserien wie CSI sind wahrscheinlich auch deshalb relativ beliebt, weil sie das Handwerkliche der Ermittlungsarbeit betonen und dabei einen Eindruck von Realitätsnähe vermitteln wollen. Und bei so mancher Recherche gelingt es dann sogar, allgemeine Erkenntnisse zu vermitteln, die über den Zusammenhang des gespielten Kriminalfalls weit hinausweisen. Vor zwei Wochen etwa (genauer: am 4.1.) wusste eine Ermittlerin angesichts eines Knochenfundes zu berichten:

»Füße von Schweinen oder Schafen sind nicht viel anders als unsere.«

Es soll Menschen geben, die ihre eigenen Füße nur selten sehen. Mag sein, dass diese sich auch für Paarhufer halten…

Dienstag, 27. Dezember 2005

Zufälle aber auch

Darius 15.04 Uhr Filed under: MedienschelteSegnungen des Kapitalismus

Vor ein paar Tagen beklagte ich mich (und die arme Frau am Telefon bekam meinen ganzen Ärger ab), dass die Werbezeitungen »Supersonntag« und »Supermittwoch« entgegen meinem vielfach bekundeten Willen doch immer wieder in meinem Briefkasten landen.

Unterdessen hat ein gewisser »Alfons« einen Kommentar in mein Weblog geschrieben, dass er die Zeitungen so toll finde und allein durch intensives Studium der Werbebeilagen so viel Geld spare. Deshalb rufe seine Frau auch immer gleich beim Zustelldienst an, wenn sie in ihrem Briefkasten das ersehnte Papierbündel nicht zweimal wöchentlich vorfinde.

Es kommt ja durchaus öfter mal vor, dass jemand die E-Mail-Adresse des Ehegatten mitbenutzt. Alfons aber benutzt eine E-Mail-Adresse eines großen E-Mail-Anbieters mit dem lokalen Bestandteil »friedhelmeb«. Ist Friedhelm also die Werbeblätter herbeisehnende Gattin? Nun, es geht mich sicher nichts an, ob Alfons‹ Gattin Friedhelm oder Frieda ist.

Ein bizarrer Zufall aber ist, dass ausgerechnet bei Eschweiler Nachrichten/Zeitung, die wie die Superblätter zum Zeitungsverlag Aachen gehören, ein Friedhelm E.-B. die Lokalredaktion leitet. EN/EZ und die Anzeigenannahme der Anzeigenblätter haben sogar die gleiche Adresse (wie im übrigen auch die Hauptsitze in Aachen). Und beziehen die Anzeigenblätter ihre Artikel, die fast nie ihre Verfasser erkennen lassen, nicht aus den Redaktionen von »Nachrichten« und »Zeitung«? Dann also erscheint so mancher Beitrag von Friedhelm E.-B. wohl auch in den Superblättern, die jener »Alfons« mit der E-Mail-Adresse »friedhelmeb@…« so vehement verteidigt.

Wenn man jetzt annähme – völlig abwegig natürlich –, Redakteur Friedhelm E.-B. und »friedhelmeb« alias »Alfons« wären dieselbe Person, wäre das Bekenntnis allerdings amüsant, dass er auch (immerhin) 50-90% von Supersonntag und -mittwoch wegwerfe, und nicht etwa auf den redaktionellen Teil (dem ich in meinem Text eine gewisse Berechtigung zugestanden hatte) Wert lege, sondern auf die Sonderangebots-Beilagen.