Dienstag, 13. Dezember 2011

Datenschutzproblem mit Facebook-Events

Darius 0.36 Uhr Filed under: Geheimnisse dieser Welt

Ganz schön peinlich: Mich sprach jemand an, den ich zu einer Facebook-Veranstaltung (via »Freunde einladen«) eingeladen hatte. In diesem Fall handelte es sich um eine politische Veranstaltung, und nun stellte die betroffene Person fest, dass sie ohne eigenes Zutun bei Google in Zusammenhang mit der Veranstaltung genannt wird, obwohl sie sich zu der Einladung nicht durch Zu- oder Absage verhalten hatte und mit der Veranstaltung nicht in Verbindung gebracht werden will. Mein erster Rat war: Geh doch zu dem Facebook-Eintrag der Veranstaltung (die vergangenen Veranstaltungen, zu denen du eingeladen warst, findest du unter https://www.facebook.com/events/past/) und dort muss es doch dann irgendwo die Option geben »diese Veranstaltung von meinen Veranstaltungen entfernen«. Ich wollte es dann gleich selbst mit einer älteren Veranstaltung ausprobieren, zu der mich jemand eingeladen hatte, konnte aber nirgendwo eine entsprechende Option finden.

Also, wenn der Eingeladene nichts ändern kann, sollte es doch der Einladende können. Aber denkste! Da ich selbst gar keine Administrationsrechte für die Veranstaltung hatte, sondern sie nur weiterempfohlen hatte, kann ich auch nichts mit der Teilnehmerliste bzw. der Liste »Eingeladene Personen« machen. Da die Veranstaltung im Namen einer Facebook-Seite erstellt wurde, die wiederum die Facebook-Profile ihrer AdministratorInnen nicht nennt, ist es schwierig, jetzt jemanden zu erreichen, der sich des Problems annehmen könnte.

Ich habe mir aber auch mal Veranstaltungen angeschaut, zu denen ich selbst Administrationsrechte besitze (die ich also selbst erstellt hatte oder zu denen ich von anderen als Admin eingetragen wurde). Auch dort sehe ich keine Option, Personen von der Liste eingeladener Personen wieder herunter zu nehmen. Einzige Maßnahme, die zumindest ein bisschen Abhilfe schaffen kann, ist es offenbar, wenigstens nachträglich (via »Veranstaltung bearbeiten«) die Option »Gästeliste auf Veranstaltungsseite anzeigen« abzuschalten. Das kann aber natürlich nur ein Administrator, setzt also voraus, dass man den Administrator überhaupt herausfindet.

Schließlich habe ich noch nachgeschaut, wo denn bei den aktuellen Veranstaltungseinladungen nochmal die Option »Von meinen Veranstaltungen entfernen« ist. Und: Sie ist weg! Mit anderen Worten: Wer auf Facebook zu einer öffentlichen Veranstaltung eingeladen wurde, deren »Gästeliste« angezeigt wird, ist damit automatisch öffentlich mit der Veranstaltung in Verbindung gebracht und kann dies nicht selbst zurückweisen.

Ich möchte deshalb ganz dringend allen, die Veranstaltungen auf Facebook erstellen, dazu raten, die Option »Gästeliste auf Veranstaltungsseite anzeigen« auszuschalten.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Wikileaks – oder: wer hat eigentlich die Lücke im System?

Darius 1.58 Uhr Filed under: Geheimnisse dieser Welt

Wer am Montag den ARD-Brennpunkt zu den neuesten „geleakten“ Dokumenten von Wikileaks geschaut hat, bekam eine Lehrstunde zu sehen, wie braver Journalismus hierzulande auszusehen hat. Über die Inhalte der veröffentlichten Dokumente war kaum mehr als das zu erfahren, was beim „Spiegel“ auf dem bloßen Titelblatt stand. In aller Breite aber wurde über den großen Skandal berichtet, dass da Dokumente öffentlich geworden seien, die nicht für unsere Augen und Ohren bestimmt waren. Stimmen kamen zu Wort, die die Betreiber von Wikileaks unwidersprochen als „böswillige Akteure“ diffamierten. Die Marschrichtung hatte Tags zuvor die Politik vorgegeben. Grünen-Chef Cem Özdemir verstieg sich im ZDF zu der Behauptung, Wikileaks hätte „eine Grenze überschritten, die unserer Demokratie insgesamt nicht gut tut« (taz)

In Kanada witzelte gar ein konservativer Vordenker und ehemaliger Berater des Premierministers öffentlich, Wikileaks-Gründer Julian Assange „sollte ermordet werden.“ (“Assange should be assassinated. ”)

Die westlichen Mainstream-Medien haben sich offenbar schnell auf eine Darstellung geeinigt: Die enthüllten Informationen wären vor allem peinlich, weil sie wenig schmeichelhafte Einschätzungen zu PolitikerInnen in aller Welt enthielten. Solche Einschätzungen seien eigentlich ganz normal, nur sie publik zu machen, wäre infam. In der Tat ist die Feststellung, dass Westerwelle nicht so helle ist, allein keine Sensation.

Und doch gibt es in den Dokumenten viele Informationen, die von tatsächlicher politischer Bedeutung sind. Die wichtigste ist vielleicht die Darstellung, wie umfangreich die USA die Immunität ihrer diplomatischen Einrichtungen dazu missbrauchen, sie als Zentralen geheimdienstlicher Aktivitäten in aller Welt zu nutzen. Auch wenn das ein offenes Geheimnis gewesen sein mag, ist es nun mit den US-eigenen Dokumenten belegbar. Deshalb ist es vielleicht gar nicht unwahr, wenn von „einer der schlimmsten Krisen der Diplomatie“ die Rede ist. So wurden offenbar die US-Botschaften in diversen Ländern Lateinamerikas umfangreich zur Spionage genutzt – bis hin zu Aufträgen, alle verfügbaren Informationen bis hin zu biometrischen Daten führender PolitikerInnen zu sammeln.

Wolfgang Gehrke, der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, setzt deshalb ganz richtig bei der Frage der Diplomatie an: „Die Zeit der Geheimdiplomatie muss endgültig zu Ende sein.“ Auch im Bundestag gebe es einen beständigen Kampf darum, wie Dokumente von öffentlichem Interesse auch öffentlich gemacht werden können. „Die jüngsten Auseinandersetzungen um die Veröffentlichung des neuen strategischen Konzepts der NATO, das den Abgeordneten des Bundestages vorenthalten wird, das fortgesetzte Verschweigen von wichtigen Fakten des Afghanistankrieges sind dafür Beispiele,“ so Gehrke.

In Zeiten, in denen die westlichen Staaten ihre BürgerInnen durchleuchten und ausziehen wie nie zuvor, wirkt das Gejammer der dazugehörigen Regierungen über Wikileaks merkwürdig weltfremd. Dringend nötig ist eine öffentliche Auseinandersetzung über das zeitgemäße Konzept für den Umgang mit Information. Gegenüber stehen sich dabei auch die bei uns stark verankerte Idee der informationellen Selbstbestimmung (siehe Google-Streetview-Debatte) und die in den USA weit ausgeprägtere Idee der Informationsfreiheit. Diese beiden Konzepte ins richtige Verhältnis zueinander zu setzen, ist eine der wichtigen Aufgaben der nächsten Jahrzehnte. Gerade eine linke Partei, die weiß, dass Informationen und ihr Vorenthalt missbrauchbare Herrschaftsinstrumente sein können, sollte in dieser Debatte eine wichtige Rolle spielen.

(aus: Linksletter vom 2.12.2010)

Sonntag, 27. September 2009

Das Ende der großen Koalition

Das eigentlich Interessante am Erfolg der Linken bei der TV-Total-Wahl finde ich, dass das Ergebnis sich von dem der U18-Wahl doch sehr stark unterscheidet. Die aus der U18-Wahl abgeleitere Behauptung, Die Linke komme bei jüngeren WählerInnen nicht so an, stimmt offenbar gar nicht (wenn denn die TV-Total-WählerInnen wirklich auch jung sind). Jetzt wäre natürlich mal zu klären, welches Voting denn wohl die repräsentativere Zusammensetzung hatte. Ich könnte mir vorstellen, dass durch die Art der Durchführung bei der U18-Wahl auch eine relativ spezielle Auswahl an Kindern und Jugendlichen beteiligt wurde.

Inzwischen kursiert im Netz allerdings eine falsche Agenturmeldung, in der behauptet wird, auch in dem umgerechneten Ergebnis, das die Abweichung der letzten TV-Total-Abstimmung vom tatsächlichen Ergebnis berücksichtigt, gäbe es nicht einmal eine Mehrheit für eine »große Koalition«, besser: für eine Koalition von Union und SPD. Zwar kommen Union und Sozis zusammen nur auf 48,3 %, aber damit liegen sie immer noch vor den anderen dreien, die es zusammen auf 45,7 % bringen. Anders als beim unverrechneten Zuschauerergebnis (bei dem nur die im aktuellen Bundestag vertetenen Parteien zur Wahl standen) kommt das verrechnete Ergebnis logischerweise in der Summe nicht auf 100%. Die verbleibenden 6 % würden wohl für keine Partei über die 5-Prozent-Hürde reichen, sodass 48,3 % knapp für eine Bundestagsmehrheit von SPD und Union reichen würden.

Trotzdem wäre klar, dass es keine Fortsetzung der großen Koalition gäbe. Union und SPD wären nämlich gar keine große Koalition (Koalition zweier deutlich größerer Parteien als die anderen), denn die SPD wäre ja gar nicht größer als DIE LINKE und auch nicht weit entfernt von FDP und Grünen. Eine ganz normale Koalition also: Union mit einem kleineren Partner, und eine Opposition mit nur wenigen Sitzen weniger. Vielleicht gar kein unrealistisches Szenario. Ich bin gespannt, welche Bezeichnung eine solche Koalition dann im medialen Sprachgebrauch bekommt. »Angola-Koalition«? »Namür-Koalition«?

Montag, 17. August 2009

Experte: 25.000 Gripptetote in Deutschland!

Darius 9.50 Uhr Filed under: Geheimnisse dieser WeltMedienschelte

Skandal, Skandal! 25.000 Grippetote in Deutschland, und die Medien schweigen sie noch toter! – Nein, mal im Ernst: Ich kann das ganze Gezeter um die »Schweinegrippe« nicht mehr hören. Dankbar bin ich deshalb für folgende kleine Ausführung, ausgerechnet in der Fernsehbeilage zur Zeitung:

Herr Professor Ritter, die Schweinegrippe ist da. Müssen wir Mundschutz tragen?

Prof. Dr. Klaus Ritter: Ich sehe dafür keinen Anlass. Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 25000 Menschen an den Folgen der Grippe, die mit schöner Regelmäßigkeit über uns hereinbricht.

Montag, 11. Mai 2009

Eichel: Oxfam übernimmt die Weltbank

Hans Eichel, der muss es doch wissen, sagte gerade auf WDR 5:

[...] Oxfam, das ist eine Nichtregierungsorganisation, die die Weltbank übernommen hat.

Hat die SAV doch Recht und steht das Ende des Kapitalismus kurz bevor? Oder war’s doch wieder nichts, und Eichel meinte eine Studie von Oxfam, die die Weltbank übernommen hat, und die Weltrevolution kommt doch erst nächstes Mal?

Montag, 4. Mai 2009

Wie heißt der Kreis Aachen hinterher?

Darius 11.37 Uhr Filed under: Geheimnisse dieser Welt

Nach der Kommunalwahl wird am 21. Oktober 2009 der Kreis Aachen zusammen mit der kreisfreien Stadt Aachen in der neuen Städteregion Aachen aufgehen. Das neue Konstrukt ist asymmetrisch: Der Kreis wird aufhören zu existieren, die kreisfreie Stadt wird aber weiter bestehen. Das wirft erstens die Frage auf, wie man dann das Gebiet bezeichnen wird, wenn man mal jenen Teil der Städteregion bezeichnen will, der nicht zur Stadt Aachen gehört. Ein Beispiel aus der Praxis: Die Bundestagswahl in diesem Jahr ist noch knapp vorher, aber beim nächsten Mal dürfte es dann wie bisher einen Wahlkreis geben, den man »Stadt Aachen« nennen kann, aber der andere wäre dann ohne Rückgriff auf überholte Begriffe nur als »Städteregion Aachen ohne Stadt Aachen« zu beschreiben. Vermutlich wird sich, ähnlich Jülich, die Bezeichnung »Altkreis Aachen« einbürgern, laut Wikipedia ist Altkreis allerdings keine offizielle Bezeichnung.

Sprachlich interessant ist auch, dass die Städte des bisherigen Kreises Aachen, von Baesweiler bis Monschau, ab 21. Okotober nicht mehr Teil eines Gebietes sind, das sich Kreis nennt, aber – im Unterschied zu Aachen – trotzdem keine kreisfreien Städte sein werden.

Freitag, 13. März 2009

Gesucht, nicht gefunden

Darius 17.34 Uhr Filed under: Geheimnisse dieser Welt

Irgendwie auch wieder beruhigend, dass die Handy-Ortung meines Mobilfunkanbieters mein Handy resp. mich in schlappen drei Kilometern Entfernung von meinem tatsächlichen Aufenthalt wähnt.

Freitag, 16. Januar 2009

Nazis und Genmais

Darius 19.36 Uhr Filed under: Geheimnisse dieser Welt

Mal wieder so eine Website, auf der man stundenlang die Zeit verplempern könnte: Strange Maps ist ein Blog, das sich mit allem möglichem und unmöglichem Kartenmaterial beschäftigt. Alte bekannte sind darunter, wie die Karte des Verbreitungsgebietes der Heinzelmännchen (Ende der 1970er Jahre auch auf Deutsch im Großen Buch der Heinzelmännchen veröffentlicht), politische Satiren wie »die Welt aus Pariser Sicht« und allerlei Projektionen im Stil von »wenn Land X den Krieg Y gewonnen hätte«. Interessant auch die Kartenvergleiche, etwa zwischen Genmais-Anbau und Rechtsextremismus in Deutschland oder Baumwollanbau 1860 und der Unterstützung für Obama 2008 – auf den ersten Blick überraschende Parallelen, die sich jedoch durchaus politisch erklären lassen. Auch einige typographische Experimente sind dabei, etwa die Welt linksbündig, zentriert und rechtsbündig.

Dienstag, 30. September 2008

Höchste Eisenbahn

Darius 19.44 Uhr Filed under: Geheimnisse dieser Welt

Montag, 23. Juni 2008

Dunkerfest

Darius 16.20 Uhr Filed under: Geheimnisse dieser Welt

Das Wiesbadener Tagblatt berichtet:

Der liebe Gott muss wohl ein Dunker sein; denn trotz schlechter Wetterprognosen feierten die Wörsdorfer ihr Dunkerfest bei schönem Wetter und toller Stimmung.

Die ganze Geschichte gibt es hier.