Donnerstag, 17. August 2006

No name

Darius 18.10 Uhr Filed under: Bauhaus EuropaGeheimnisse dieser Welt

AN 17.8.2006

»Wer sind Sie?«, hatte der Mann rechts im Bild (von hinten) mich, kurz bevor dieses Foto entstand, gefragt. Wenn er sich für die Mitglieder seiner Partei interessieren würde, hätte er wohl gewusst, dass sein Gegenüber fast zehn Jahre lang die Hochschulgruppe seiner Partei quasi geleitet hatte und zeitweise deren alleiniger Landessprecher gewesen war. Vielleicht ist es auch dieses Desinteresse an den Menschen, das so viele Aachenerinnen und Aachener gegen das Bauprojekt aufbrachte, von dem sie sagen, er wolle sich damit ein Denkmal setzen.

Samstag, 12. August 2006

Zehntausend gegen das »Bauhaus Europa«

Darius 11.39 Uhr Filed under: Bauhaus Europa

Die Aachener Bürgerinitiative »Bauhaus Europa? Nein danke!« meldet weiterhin starken Zuspruch zu ihrer Unterschriftensammlung gegen das geplante Europamuseum am Aachener Katschhof. Die Initiative, die mit dem heutigen Informationsstand am Holzgraben die Unterschriftensammlung für ihr Bürgerbegehren abschließt, hat um 10.40 Uhr die zehntausendste Unterschrift erhalten. Bis 16 Uhr soll die Sammlung heute noch fortgesetzt werden – sofern das Wetter mitspielt. Vor der Ratssitzung am Mittwoch werden die Unterschriften dann voraussichtlich dem Oberbürgermeister übergeben.

Die Initiative erklärt, sie könne jetzt sicher davon ausgehen, dass auch nach genauer Prüfung weit mehr als die erforderlichen 7300 Unterschriften zusammengekommen sind. Ihr Vertreter Darius Dunker erklärt: »Da die Ratsmehrheit leider trotz der zehntausend Unterschriften und leerer Kassen am Mittwoch wohl auf ihren kostspieligen Plänen beharren wird, kommt es dann wohl im Herbst zum Bürgerentscheid.« Das Ergebnis dieser Abstimmung wäre, wenn genug Aachenerinnen und Aachener daran teilnehmen, dann bindend.

Freitag, 11. August 2006

Zehntausendste Unterschrift

Darius 23.16 Uhr Filed under: Bauhaus Europa

Morgen wird unsere Unterschriftensammlung gegen das Bauhaus Europa den oder die zehntausendste UnterzeichnerIn finden.

Samstag, 5. August 2006

Auszählung

Darius 18.20 Uhr Filed under: Bauhaus Europa

Manchmal gibt es auch Geschenke. Den Artikel zu diesem Foto zum Beispiel. Wochenlang hat die AN unsere Pressemitteilungen nahezu ignoriert, dann gab es einen äußerst netten Artikel eigentlich ohne Anlass. Schließlich war zu diesem Zeitpunkt unsere Zählung noch nicht beendet, es gab also aktuell nur zu melden, eben dass wir derzeit zählen. Schließlich haben wir uns auf eine grobe Schätzung eingelassen: dass es etwa 9000 Unterschriften sein müssten. Das kam, wie wir dann später wussten, tatsächlich ganz gut hin.
AN 5.8.2006

Mein neuer Nachbar (nicht im Bild) schaute etwas verdutzt, als er mich bei dieser Aktion in der Kneipe erblickte, in der er in der Küche steht. Deren Inhaber hatten wir zwar gar nicht gefragt, aber ganz passend fanden wir es doch, dass diese einmal selbst eine bemerkenswerte Protestaktion betrieben hatten: den Postleitzahlenboykott (gegen die fünfstelligen).

Freitag, 4. August 2006

In Brüssel entsteht das dreimal größere Europamuseum

Darius 11.39 Uhr Filed under: Bauhaus EuropaGeheimnisse dieser Welt

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Frau Dezernentin,

in der kommenden Ratssitzung am 16. August 2006 soll der Stadtrat zu dem geplanten so genannten »Bauhaus Europa« einen Beschluss fassen. Dieses im Stadtrat zur Abstimmung stehende Projekt ist maßgeblich auf Ihr Betreiben hin bis zum derzeitigen Stand der Dinge geplant und seitens der Stadt beworben worden.
Neben den inzwischen hinlänglich bekannten Kritikpunkten (Finanzen, Konzept, Standort und Architektur), die in den vergangenen Monaten unsererseits und seitens eines Großteils der Bevölkerung vorgebracht wurden, ist ein maßgeblicher Punkt bisher weitestgehend untergegangen, der indes noch vor der Ratssitzung dringender Klärung bzw. Erklärung Ihrerseits bedarf – zwar sowohl gegenüber der Öffentlichkeit als auch gegenüber den Ratsfrauen und Ratsherren, die am 16.8. über das für den städtischen Haushalt folgenschwere Projekt abstimmen sollen.
Für das sog. »Bauhaus Europa« ist sowohl Ihrerseits als auch seitens verschiedener UnterstützerInnen des Projektes mit hochfliegenden Superlativen geworben worden: Das »Bauhaus Europa«

  • sei »einmalig«
  • »einzigartig«
  • ein »Alleinstellungsmerkmal«
  • werde »Zug- und Strahlkraft« weit über die Region hinaus, ja in ganz Europa haben
  • werde »wie ein Magnet wirken«
  • sei ein »kühnes Haus«, dergleichen »die Welt noch nicht gesehen« habe
  • sei »eine Bühne für Europa und damit für die Welt, eine Bühne für europäische und damit Weltgeschichte«

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Kühne Worte, die in Ihrer Werbepräsentation zum »Bauhaus Europa« überdies mit, wie wir meinen, kühnen Zahlen untermauert werden.
Nachzulesen in Ihrer Darstellung zur Bürgeranhörung am 2. Mai 2005 ist, dass Sie das »Bauhaus Europa« als Magneten für zusätzliche 500.000 Besucher pro Jahr dargestellt haben; inzwischen ist diese Zahl (mehr als) halbiert worden: in Ihrer Werbung für das Bauhaus ist nunmehr von zusätzlichen 200.000-300.000 Besuchern pro Jahr die Rede, und in der Ratsvorlage wird dann auch nur noch mit zusätzlich 200.000 Besuchern gerechnet. Eine Zahl, die indes in unseren Augen immer noch utopisch und illusorisch ist.
Aber wie auch immer: Dies sind kühne Worte und kühne Zahlen, mit denen Sie für das »Bauhaus Europa« die Werbetrommel rühren. Was Sie indes in dem Zusammenhang zwar nicht ganz unterschlagen, aber eher beiläufig nur einmal in einem Nebensatz erwähnt haben und was somit in der Öffentlichkeit und gewiss auch im Bewusstsein der nun zur Abstimmung aufgerufenen Ratsfrauen und -herren völlig untergegangen ist, ist, dass es mit der Einmaligkeit oder Einzigartigkeit, geschweige denn dem Alleinstellungsmerkmal und damit dann auch mit der vermeintlichen Magnetkraft des »Bauhauses Europa« nicht weit her ist.
Die Rede ist vom Musée de l’Europe in Brüssel, rund 100 km und 1 knappe Autostunde von Aachen entfernt, per Bahn demnächst in nur einer halben Stunde zu erreichen. Das von der EU gebaute Musée de l’Europe ist derzeit im Bau befindlich und soll 2007, pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum der Römischen Verträge, fertig gestellt sein. Baukosten rd. 40 Millionen Euro, jährliche Betriebskosten ca. 17 Millionen Euro. Auf einer Ausstellungsfläche von rd. 6.000 qm soll, medial aufbereitet, die europäische Geschichte bis zur Gegenwart dargestellt, für den Besucher erfahrbar werden, und das Museum soll zu einem sichtbaren Ort europäischer Selbstverständigung werden. Das Konzept wurde von Experten wie Prof. Dr. Hermann Schäfer vom Haus der Geschichte in Bonn geliefert, der auch dem Beirat des Musée angehört. Das Musée de l’Europe ist also das Original.
Was in Aachen als »Bauhaus Europa« geplant ist, ist eine verkleinerte Kopie. Hier soll auf einer Ausstellungsfläche von etwas über 2.000 qm ebenjenes Konzept, geliefert von ebenjenem Prof. Dr. Hermann Schäfer, indes Aachen-spezifisch umgesetzt und kopiert werden. Aachen-spezifisch heißt, dass im »Bauhaus Europa« die europäische Geschichte mit der Krönung Karls des Großen, also ab dem Jahr 800 beginnt.
Was also, bitte, Herr Oberbürgermeister, Frau Dezernentin, soll an dem »Bauhaus Europa« so besonders, so einmalig oder einzigartig sein, dass die Besucher nach Aachen strömen sollten, wenn sie doch das Ganze sehr viel größer und umfassender (nicht erst ab dem Jahr 800) nur einen Katzensprung von Aachen entfernt, nämlich in der Europa-Stadt Brüssel erleben können?
Da die Aachener Bürger und Bürgerinnen mit ihren Steuergeldern ja nun auch den Museumsbau in Brüssel von rd. 40 Millionen Euro und rd. 17 Millionen laufenden Betriebskosten pro Jahr mitfinanzieren, wären wir da als »gute EuropäerInnen« und als SachwalterInnen, die umsichtig mit Steuergeldern umgehen, nicht geradezu dazu aufgerufen, auch in und um Aachen dafür zu werben, das Musée de l’Europe ab 2007 zu besuchen? Statt in Aachen eine verkleinerte Kopie hinstellen zu wollen, deren Folgekosten unabsehbar sind und den städtischen Haushalt in einem nicht zu verantwortenden Ausmaße belasten werden?
Und, da wir von den Kosten sprechen, sei auch noch eine letzte Frage erlaubt: Nach den uns bisher bekannten Zahlen für die laufenden jährlichen Betriebskosten für das »Bauhaus Europa« rechnen Sie mit einer Unterdeckung von 1,9 – 2,15 Millionen Euro. Nun ist uns zu Ohren gekommen, dass diese Betriebskosten verwaltungsintern inzwischen bereits auf 3 Millionen Euro geschätzt werden. Wir möchten Sie bitten, auch dazu Stellung zu nehmen, damit die Aachener Bürger und Bürgerinnen vor dem Ratsbeschluss am 16.8. wissen, was auf Sie zukommt.

Nähere Informationen zum Musée de l’Europe finden Sie z.B. unter folgenden Links:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Frau Dezernentin, wir möchten Sie sehr bitten, zu den vorgenannten Punkten Stellung zu nehmen, auch öffentlich, da die Öffentlichkeit ein Anrecht auf diese Informationen hat.
Ist es wirklich Ihr erklärtes politisches Ziel, mit einer Dichte von 100 km Europamuseen zu bauen? Wer sollte sie besuchen? Das »Bauhaus Europa« macht in der bisher vorgestellten Konzeption angesichts des Musée de l‘Europe überhaupt keinen Sinn. Deswegen fordern wir Sie auf, das Projekt jetzt, sofort zu stoppen, noch bevor weitere Gelder dafür unnütz verschwendet werden.

Mit freundlichen Grüßen
Darius Dunker
für die Bürgerinitiative »Bauhaus Europa? Nein Danke!«

Mittwoch, 26. Juli 2006

Bürgerbegehren sammelt weiter Unterschriften

Darius 12.29 Uhr Filed under: Bauhaus Europa

Die Bürgerinitiative »Bauhaus Europa? Nein danke!« sammelt weiter Unterschriften gegen das geplante Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude am Aachener Katschhof. »Ob wir die benötigte Zahl von über 7300 gültigen Unterschriften schon genau erreicht haben, können wir derzeit nicht einmal selbst wissen«, erklärt Wolfgang Weißhuhn, einer der drei offiziellen Vertreter des Bürgerbegehrens.
Schon weit über 7300 Unterschriften hat die parteiunabhängige Initiative inzwischen gesammelt, aber von diesen werden mit Sicherheit nicht alle anerkannt werden, denn nur die Unterschriften von Personen, die korrekt mit Erstwohnsitz in der Stadt Aachen gemeldet und mindestens 16 Jahre alt sind sowie eine deutsche oder andere EU-Staatsangehörigkeit haben, werden nach den Bestimmungen der Gemeindeordnung NRW bei einem Bürgerbegehren gezählt. Die Zahl der gültigen Stimmen erfahren wir also erst, nachdem wir die Listen abgegeben haben,« so Weißhuhn weiter. Deshalb sammle man in den nächsten Tagen und Wochen noch weiter Unterschriften.
»Seit der Oberbürgermeister seine Kürzungspläne für die nächsten Jahre vorgestellt hat, melden sich einige Bürgerinnen und Bürger äußerst empört an unseren Informationsständen zu Wort und wollen am liebsten mehrfach unterschreiben.« Darius Dunker, ebenfalls Vertreter des Bürgerbegehrens, findet eine andere Entwicklung bedenklich: »Immer wieder sprechen wir mit städtischen Beschäftigten, die sagen, dass sie zwar gegen das Bauhaus seien, aber sich nicht erlauben könnten, bei uns zu unterschreiben.« Auch von Vereinen, Geschäftsleuten und anderen, die von Zuwendungen oder Aufträgen der Stadt abhängig sind, werde oftmals hinter vorgehaltener Hand Sympathie mit der Bürgerinitiative bekundet, aber vor Unterschrift und offener Unterstützung des Bürgerbegehrens zurückgeschreckt. »Natürlich können wir das verstehen, aber solche Sorgen sind doch bedenklich, denn ein Bürgerbegehren zu unterzeichnen, ist ein demokratisches Recht!« Gerade diese Personengruppe sei ja, so Dunker, später von Kürzungen wegen des Bauhauses womöglich betroffen.
Wenn es, wie von der Initiative beabsichtigt, dann im Herbst zum Bürgerentscheid kommt, werden solche Aspekte wohl weniger zum Tragen kommen. Denn anders als die Unterschriftensammlung ist die Wahl beim Bürgerentscheid dann geheim.

Donnerstag, 29. Juni 2006

»Bauhaus Europa«: Bürgerbegehren ruft zum Endspurt

Darius 10.21 Uhr Filed under: Bauhaus Europa

Schon weit über sechstausend Aachenerinnen und Aachener haben nach Angaben der Initiative »Bauhaus Europa? Nein danke!« das Bürgerbegehren gegen das geplante 30 Millionen Euro teure Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude am Katschhof unterzeichnet. Die erforderliche Zahl von rund 7300 gültigen Unterschriften ist damit gut anderthalb Monate vor der entscheidenden Ratssitzung bereits in greifbare Nähe gerückt.
»Nach der Berichterstattung, dass die Baukostenbeiträge des Landes weitgehend geklärt sind, glauben viele Menschen, dass das ungeliebte Bauvorhaben am Katschhof nicht mehr zu stoppen wäre,« erklärt Darius Dunker von der Bürgerinitiative, »aber das ist ganz und gar nicht so. Wenn das Bürgerbegehren Erfolg hat, kann das Projekt nur noch verwirklicht werden, wenn alle Aachenerinnen und Aachener in einem Bürgerentscheid darüber abstimmen durften.« Deshalb sei es wichtig, dass jetzt die fehlenden
Unterschriften noch zusammenkommen – und sicherheitshalber auch ein paar Hundert mehr als die vorgegebene Zahl: Die Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalens schreibt nämlich unter anderem vor, dass bei einem Bürgerbegehren die Unterzeichner auch ihr Geburtsdatum nennen müssen.
»Es gibt aber immer wieder Menschen, die unter Verweis auf den Datenschutz ihren Geburtstag nicht genau angeben wollen«, berichtet Dunker. So verständlich das sei, werde damit leider auch die Unterschrift womöglich wertlos.
Zwar hätten auch Oberbürgermeister Linden und Euregionale-Chef Voss mehrfach betont, dass sie angesichts der hohen Kosten des Projekts einen Bürgerentscheid für sinnvoll hielten, »aber anders als kürzlich in Hamm, wo der Rat bei einer Entscheidung großer Tragweite selbst die Bürger zur Abstimmung rief, bleibt es in Aachen den Gegnern des ›Bauhauses‹ überlassen, die Voraussetzungen für eine Abstimmung der Bürger zu schaffen,« so Dunker. »Wir rufen deshalb zum Endspurt. Das Rennen um das Bauhaus ist noch längst nicht gelaufen! Das Problem an dem Bauvorhaben sind ja nicht allein die nun
angeblich einigermaßen geklärten Baukosten, sondern besonders auch die Folgekosten für die Stadt.« Nach Angaben der Initiative seien es besonders auch viele junge Familien, die das Bauhaus ablehnen: »Die ahnen sehr genau, wo die Millionen dann möglicherweise fehlen werden, die für das Bauhaus
jährlich ausgegeben werden sollen.«
Wer das Bürgerbegehren also noch unterstützen will, kann sich im Internet unter www.bauhaus-nein.de oder an einem der Informationsstände des Bürgerbegehrens Unterschriftenlisten besorgen und beim Sammeln der Unterschriften helfen. Bis Ende Juli sollen dann möglichst die noch an vielen Stellen kursierenden Listen zurückgeschickt werden, damit die Unterschriften gezählt werden können. Notfalls hätte das Bürgerbegehren aber auch noch bis sechs Wochen nach dem für den 16. August erwarteten Ratsbeschluss Zeit, die Unterschriften zusammenzubekommen.

Samstag, 20. Mai 2006

Bauhaus-Bau vor dem Aus?

Darius 16.54 Uhr Filed under: Bauhaus EuropaSegnungen des Kapitalismus

Dass die Finanzierung des »Bauhauses Europa« auf tönernen Füßen steht, ist unsereinem ja schon lange klar. Nun hat auch der Regierungspräsident Klarheit verlangt. Die Lokalpresse berichtet heute:

Regierungspräsident Lindlar habe den »Förderantrag in Sachen Bauhaus als in dieser Form ›nicht zu bearbeiten‹ retour« geschickt. »Pure Einschätzungen und vermeintliche Zustimmungen« seien »nicht Erfolg versprechend«. »Bis 2009 werde das Aachener Haushaltsloch auf 400 Millionen Euro steigen, also müsse erkennbar werden, dass die Stadt sich dieses Projekt leisten kann. Notfalls sind geplante Ausgaben für andere Projekte zugunsten des Bauhauses zurückzustellen.« (AN-Bericht)

Der RP verlange »weiter gehende Aufträge zur Entwurfsplanung und Kostenberechnung von einem Architekten«, beklagt sich Oberbürgermeister Linden. Lindlar erklärt, »der Rat müsse […] die Gesamtfinanzierung, einschließlich des Eigenkostenanteils und der laufenden Kosten, auch für die kommenden Jahre beschließen und den Aachenern erläutern.« (AZ-Bericht)

Der Antrag der Stadt sei »nicht nur mit der Note ›ungenügend‹ versehen, sondern auch noch garniert mit einem persönlichen Begleitschreiben des Inhalts, dass sich der OB von Aachen ab sofort seinen immer wieder verbreiteten (Zweck-)Optimismus sparen könne.« (AN-Kommentar)

Zugleich haben Studierende der RWTH um den Politologen Ingo Scholz die Ergebnisse einer Umfrage vorgestellt, die allerdings schon im Januar stattgefunden hatte. Von 700 befragten Passanten befürworteten damals 23,5% das Bauhaus, 25,8% lehnten es ab. Rund ein Drittel wusste nichts von den Plänen, der Rest war unschlüssig. Und 56% der Befragten kannten den konkreten Architektenentwurf nicht. (weiterer AN-Bericht)

Dass die Stadt sich das Projekt leisten könne, so kommentiert auch Albrecht Pelzer, »diese Erkenntnis gibt es bisher nur in einer Form: Wunschdenken!« … »Wie gesagt, der OB ist optimistisch. […] Dennoch lautet unsere Prognose: Langsam Abschied nehmen!« (AZ-Kommentar)

Ob nun wir an der Reihe sein dürfen mit dem Optimismus, da sollten wir lieber vorsichtig sein. Klar ist wohl, dass jetzt der Druck auf Linden & Co. enorm gewachsen ist, die Pläne zu konkretisieren. Ausdrücklich wird verlangt, den Bürgerinnen und Bürgern zu erklären, wo das Geld herkommen soll. Damit aber müsste der Oberbürgermeister endlich sein Spiel aufgeben, allen, von denen er das Geld möglicherweise nehmen könnte, gleichermaßen zu versprechen, dass gerade sie nicht betroffen sein würden, wenn es daran geht, den jährlichen Bedarf von 1,9 Millionen Euro für das Bauhaus bei anderen Ausgaben zusammenzustreichen. Wenn dann die Karten auf dem Tisch liegen, dürfe der Streit entbrennen, den Linden wohlweißlich hinauszögern will. Hoffen wir, dass einige Aachenerinnen und Aachener, die immer noch nicht die Gefahr im Bauhaus erkennen, dann verstehen, was der Preis dieses fragwürdigen Prestigeobjekts ist.
Dass das Bauhaus schon gescheitert wäre, davon kann zum jetzigen Zeitpunkt aber wohl noch keine Rede sein. Das deutlichste Zeichen, um es zu verhindern, ist immer noch, wenn klar wird, dass die Aachenerinnen und Aachener den Glasklotz am Katschhof nicht haben wollen. Wir vom Bürgerbegehren »Bauhaus Europa? Nein danke!« wollen deshalb in den nächsten Tagen eine Anzeige in den beiden Aachener Tageszeitungen schalten, die die Unterschriftenliste des Bürgerbegehrens enthält. Leider ist so eine Anzeige im redaktionellen Teil der Zeitung äußerst teuer und der Zeitungsverlag war nicht bereit, uns in irgendeiner Weise preislich entgegen zu kommen. Wir weisen deshalb nochmal darauf hin: jede Spende, egal welcher Betrag, hilft! Alle Angaben dazu unter www.bauhaus-nein.de.

Dienstag, 9. Mai 2006

Bauhaus-Gegner protestieren vor dem Stadtrat

Darius 13.15 Uhr Filed under: Bauhaus Europa

Anlässlich der Ratssitzung am Mittwoch, dem 10. Mai 2006, rufen die Vertreter des Bürgerbegehrens »Bauhaus Europa? Nein danke!« zum Protest vor dem Aachener Rathaus auf.
Um 16.30 Uhr, also eine halbe Stunde vor Beginn der Ratssitzung, wird es eine Kundgebung gegen das geplante Prestigeobjekt am Aachener Katschhof geben, das allein nach den offiziellen Schätzungen der
Befürworter für Bau und Ersteinrichtung 30 Millionen Euro kosten und dann dem städtischen Haushalt jährlich rund 2 Millionen Euro entziehen soll. Allerdings wird der Rat laut Tagesordnung an diesem Tag
noch nicht über das »Bauhaus« entscheiden, deshalb wollen sich die Gegner vorerst auf eine Kundgebung
vor dem Rathaus beschränken und Passanten über die Gründe des Protests informieren.
»Auch an unseren samstäglichen Informationsständen am Holzgraben suchen immer wieder zutiefst empörte Aachenerinnen und Aachener das Gespräch, die einfach nicht verstehen können, wie einerseits an allen Ecken und Enden gespart und gekürzt wird, und andererseits die Millionen da sein sollen für einen fragwürdigen ›Glaspalast‹ am Katschhof,« berichtet Darius Dunker vom Bürgerbegehren »Bauhaus Europa? Nein danke!«.
Das Bürgerbegehren stoße dementsprechend auf starke Resonanz: »Alleine heute sind über 150 Unterschriften für den Verzicht auf das Bauhaus per Post angekommen,« so Dunker. Insgesamt seien nun rund zweieinhalbtausend Unterschriften gesammelt. Damit das Bürgerbegehren erfolgreich ist, müssen allerdings noch einmal doppelt so viele Aachenerinnen und Aachener unterzeichnen.
Damit mehr Leute überhaupt Gelegenheit haben, das Bürgerbegehren zu unterzeichnen, werden noch weitere Personen gesucht, die bereit sind, an Informationsständen mitzuhelfen. Interessenten wenden sich
bitte an Darius Dunker. Wer eigenständig sammeln möchte, findet unter www.bauhaus-nein.de Unterschriftenlisten und
Informationsmaterial zum Herunterladen.

Samstag, 29. April 2006

Endlich! Die Lösung des Bauhaus-Konflikts!

Darius 14.12 Uhr Filed under: Bauhaus EuropaSegnungen des Kapitalismus

SpendierhoseSie möchten Ihre Sympathie für das Bauhaus Europa zum Ausdruck bringen? Und die Gegner des eindrucksvollen Neubaus mal so richtig alt aussehen lassen? Dann kaufen Sie jetzt 30 dieser exklusiven Bauhaus-Europa- Spendierhosen (Markenware mit speziellem Goldmetallic-Druck) und jedes Jahr zwei weitere! Versprochen: Wir verzichten dann auch sofort auf das Bürgerbegehren. Lieferung erfolgt versandkostenfrei!