Donnerstag, 7. September 2006

DGB will »Untergraben der sozialen Sicherung« nicht weiter zulassen

Darius 18.06 Uhr Filed under: Alles und nichts

Für den 21. Oktober ruft der DGB zu Großdemonstrationen in fünf Städten auf. Dazu erklärte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer:

Michael Sommer (Quelle: DGB / Stefan Boness, IPON)[...] Vor ziemlich genau einem Jahr haben die Bürgerinnen und Bürger einen neuen Bundestag gewählt. Sie haben einer Großen Koalition den Regierungsauftrag erteilt. Aber sie haben mit ihrem Votum klargestellt, dass es bei Reformen sozial gerecht zugehen muss. [...]
Unübersehbar macht sich in Deutschland eine gewisse Enttäuschung über die Große Koalition breit. […]
Viele Reformen, die teils schon beschlossen, teils erst in Eckpunkten bekannt sind, werden aus unserer Sicht keiner sozialen Politik gerecht. […]
Wir werden und können nicht zulassen, dass die soziale Sicherheit, nach der sich Millionen sehnen, weiter untergraben wird. […]

Es geht besser!Das Motto der Demonstrationen, »Das geht besser, aber nicht von allein!« stieß auf geteilte Reaktionen. Jedenfalls ist mit dem Slogan allein die Interpretation nicht ausgeschlossen, dass »es« (gemeint ist die Reformpolitik der Großen Koalition) nach Meinung des DGB jetzt schon gut ginge und unter Beteiligung des DGB lediglich »noch besser« gehen könnte.
Tasächlich setzt Sommer in seiner heutigen Rede (laut Manuskript) aber ein paar interessante Akzente. Der Hinweis, dass die WählerInnen »mit ihrem Votum klargestellt [haben], dass es bei Reformen sozial gerecht zugehen muss«, bezieht sich, wie ich ihn interpretiere, auch auf das starke Abschneiden der Linken. Die »erschütternd schlechten« Umfragewerte für die Große Koalition führt Sommer auf deren unsoziale Reformen zurück. Demensprechend fordert er eine sozial gerechtere Poltik.

Völlig unverständlich ist, dass die Regierung Merkel Konzernen 5 Milliarden Euro Steuern schenken will – nach anderen, auch seriösen Rechnungen summieren sich die Steuergeschenke sogar auf 16 Milliarden Euro.

Im Aufruf zu den Demonstrationen heißt es:

Was ist geplant?

  • Mit dem Gesundheitsfonds drohen den Versicherten weniger Leistungen, höhere Beiträge und Kopfpauschalen. Die Privatversicherungen sollen fein raus bleiben.
  • Nullrunden für die Rentnerinnen und Rentner. Weitere Rentenkürzungen durch die Rente mit 67.
  • Immer mehr Druck auf Arbeitslose. Weitere Kürzungen sind nicht ausgeschlossen, Arbeitsplätze aber nicht in Sicht.
  • Es fehlen zehntausende von Ausbildungsplätzen. Nicht einmal ein Viertel der Betriebe bildet aus. Der Ausbildungspakt von Arbeitgebern und Bundesregierung hilft nicht weiter.
  • Der Kündigungsschutz ist in Gefahr. Die Arbeitgeberverbände wollen die Mitbestimmung verschlechtern.
  • Die Mehrwertsteuererhöhung macht das Leben der Menschen teurer. Gleichzeitig soll es neue Steuergeschenke für Unternehmen geben.

So kann es nicht weitergehen. Wir müssen gegensteuern. Wir fordern eine Politik für eine soziale Erneuerung. Eine Politik, die Sicherheit, Perspektiven und Vertrauen schafft.

Später mehr dazu.

Samstag, 29. Juli 2006

Hello and good-bye until we meet again

Darius 15.47 Uhr Filed under: Alles und nichtsIntypo

Since my provider has killed my complete server content (and reminded me to make a backup afterwards!), it will still take a while until everything will be runnig as it used to.

I’m sorry, InTypo is not available for the moment. InTypo 0.6.4 is available again from my Download page.

InTypo ist leider derzeit nicht verfügbar. auf der Download-Seite in Version 0.6.4 erhältlich.

Montag, 13. Februar 2006

Hermann-Josef ist tot.

Darius 2.11 Uhr Filed under: Alles und nichts

Am Samstag (11.2.2006) ist Hermann-Josef gestorben, einer der engagiertesten Aktivisten der linken Szene in Aachen.

Ich möchte kurz an diesen großartigen Menschen erinnern. Hermann-Josef gehörte jahrelang zu den Hauptaktivisten der Fachschaft Mathe/Physik/Informatik und war eines der letzten Mitglieder der Basisgruppen an der RWTH, später Mitinitiator der »Liste aktiver FachschafterInnen«. Er war an zahlreichen Projekten zur Verantwortung in der Wissenschaft beteiligt, etwa mit Recherchen zur braunen Vergangenheit der Naturwissenschaften (nachzulesen z.B. in dem Band »›Von aller Politik denkbar weit entfernt‹ – Die RWTH, Ein Lesebuch« von 1995). Ohne sein Engagement in der Gentechnik-Arbeitsgruppe Aachen (GAGA) hätte es den starken Protest gegen Freisetzungsversuche in Aachen 1994 sicherlich so nicht gegeben. Auch in vielen politischen Projekten außerhalb der Hochschule war er aktiv, besonders zu erwähnen ist das Flüchtlingsplenum, in dem er viele Jahre mitgearbeitet hat.

Ich bin sicher, viele, viele Aachener Linke werden ihn nie vergessen und in dankbarer Erinnerung halten. Seinen Angehörigen gilt mein tiefstes Mitgefühl.

(Einen Nachruf hat auch Michael Klarmann geschrieben.)

Montag, 19. September 2005

Wer wählte wen?

Darius 14.07 Uhr Filed under: Alles und nichts

Laut Infratest-Dimap wählten die über 60-Jährigen besonders stark CDU/CSU, die FDP kam – lag es an Westerwelles Coming-Out? – bei den Männern zwischen 25 und 34 am besten an, die Grünen bei den Frauen von 35 bis 44 und den Beamten, die Linkspartei schnitt überdurchschnittlich bei den ArbeiterInnen und besonders den Arbeitslosen ab (25%). Die SPD erreichte ihr bestes Ergebnis bei den Ostfriesen (56% im Wahlkreis Emden/Aurich)…

Sonntag, 14. August 2005

Raketenstation

Darius 17.55 Uhr Filed under: Alles und nichts

Einige Eindrücke von der Architektur auf dem Gelände der Raketenstation / Langen Foundation
©2005 Darius Dunker ©2005 Darius Dunker ©2005 Darius Dunker ©2005 Darius Dunker
©2005 Darius Dunker

Mittwoch, 13. April 2005

Geizig

Darius 17.22 Uhr Filed under: Alles und nichts

Gestern in meiner Mailbox:

Sehr geehrter Herr M.,
ich möchte Sie bitten, mir ihre Kontonummer und so an diese Adresse hier zu schicken. Mein eigener Computer ist derzeit kaputt. Ich überweise dann so schnell, wie möglich. Danke.
Karsten N.

Ich bin ja ein freundlicher Mensch, also antwortete ich:

Sehr geehrter Herr N.,
leider bin ich zwar Inhaber der E-Mail-Adresse, an die Sie geschrieben haben, aber ich bin nicht Herr M. Ich wäre allerdings bereit, Ihnen ein wenig entgegenzukommen. Ich habe zwar nichts mit Ihrer Auktion zu tun, aber wäre u.U. bereit, mir den Betrag (welchen eigentlich?) trotzdem überweisen zu lassen. Allerdings wünsche ich dann auch keine lästigen Rückforderungen u.dgl. Können wir uns so einig werden?
Mit freundlichen Grüßen

Leider weiß Herr N. mein entgegenkommendes Angebot nicht zu schätzen:

Sehr geehrter Herr ???,
es tut mir Leid, ich habe leider an die falsche Adresse gemailt.
Doch da ich von ihnen kein Colt M16 A1 bekomme, kann ich ihnen leider auch kein Geld schicken. Entschuldigung.
mfG N.

So ein Spaßverderber! Da fragt man sich doch, warum man freundlich zu so jemandem ist. Aber klar, wer sich beschissene Knarren im Web ersteigert, muss ja einen an der Waffel haben.

Freitag, 16. Januar 2004

Mit 20 kein Herz, mit 40 auch keinen Verstand

Darius 19.21 Uhr Filed under: Alles und nichts

Manchen fällt nichts Originelleres ein, als wiederzukäuen:

»›Ohne Umwege über den Linkssozialismus wäre ich kaum der geworden, der ich bin‹, sagt Brandt in seinen ›Erinnerungen‹ 1989. Das erinnert an den Juso-Spruch: Wer mit 20 nicht revolutionär, ist mit 50 reaktionär.«

(Björn Engholm)

»Wer vor seinem dreißigsten Lebensjahr niemals Sozialist war, hat kein Herz. Wer nach seinem dreißigsten Lebensjahr noch Sozialist ist, hat keinen Verstand.«

(Benedetto Croce)

»Wer mit zwanzig kein Revolutionär war, hat kein Herz. Wer es mit dreißig noch ist, hat keinen Verstand«

(G. B. Shaw)

»Wer mit 19 kein Revolutionär ist, hat kein Herz.
Wer mit 40 immer noch ein Revolutionär ist, hat keinen Verstand.«

(Theodor Fontane)

»Wer in seiner Jugend kein Kommunist war, hat kein Herz, wer es im Alter noch immer ist, hat keinen Verstand.«

(B.Russell)

»Wer mit zwanzig kein Sozialist ist, hat kein Herz – wer es mit vierzig immer noch ist, hat keinen Verstand.«

(Winston Churchill)

…um nur einige zu nennen. Wie auch immer, sie haben bewiesen, dass sie mit über 30 keine Phantasie mehr besitzen, dass sie alle den gleichen Spruch klopfen. Und jetzt, wo’s raus ist, haltet endlich das Maul! Ich kann den Spruch nicht mehr hören, egal mit welchen Zahlen, und ob ihr von Linken, Pazifisten, Sozialisten oder Revolutionären redet! Und jetzt komme mir keiner mit »Das ist gar nicht von Tane!« Interessiert mich nämlich nicht die Bohne.