Mittwoch, 13. Februar 2008

Glückwunsch, Prof. Rauhut…

Darius 22.06 Uhr Filed under: Segnungen des Kapitalismus

Es half nichts: Weder die weitgehende Abschaffung der akademischen Mitbestimmung, die die rot-grüne Landesregierung vor ihrem Niedergang noch eingeleitet hatte, noch der Status des Rektors einer Eliteuniversität konnte Prof. Rauhut an der RWTH Aachen halten.

Der Oman, ein Sultanat am gleichnamigen Golf, wird ab Herbst die Wahlheimat von Professor Burkhard Rauhut werden, derzeit noch Rektor an der RWTH Aachen. (AN)

Da wird er sich glücklich schätzen, dort eine Uni aufbauen zu dürfen, die mal vormacht, was so richtige Studiengebühren sind: etwa 10.000 Euro im Jahr.

Gemäß der Verfassung […] ist Oman eine absolute Monarchie (Sultanat). Oberster Herrscher des Landes ist der Sultan, der das Amt des Staatsoberhaupts und Regierungschefs auf sich vereint. Die von ihm ernannten Minister haben nur beratende oder administrative Funktion. Die Rechtsprechung erfolgt nach islamischem Recht. […] Der Nationale Konsultativrat (Majlis Oman) ist eine nach Zweikammersystem aufgebaute Versammlung mit lediglich beratender Funktion. Das Oberhaus (Majlis ad-Dawla) setzt sich aus 41 vom Sultan ernannten Mitgliedern zusammen. Das Unterhaus (Majlis ash-Shura) wird von Omanern im Alter ab 21 Jahre auf drei Jahre gewählt, wobei der Sultan aus 164 gewählten Kandidaten schließlich 82 zu Mitgliedern der Versammlung ernennt. Außerdem hat der Sultan das Recht, die Wahl für ungültig zu erklären. Die Gesetzgebung erfolgt durch Dekrete; politische Parteien sind verboten. (Wikipedia)

Bei den letzten Wahlen kam keine einzige Frau ins Parlament.
Amnesty International berichtet:

Nach dem Beitritt Omans zur UN-Frauenrechtskonvention erklärten die Behörden, dass ein Ausschuss für die Umsetzung des Übereinkommens eingesetzt worden sei. Frauen waren jedoch nach wie vor in Gesetz und Praxis vor allem im Personenstandsrecht, auf dem Arbeitsmarkt und in ihrer Teilhabe am öffentlichen Leben Diskriminierung unterworfen.

Die UN-Sonderberichterstatterin über Menschenhandel, insbesondere den Handel mit Frauen und Kindern stattete Oman im November einen Besuch ab. In einer ersten Schlussfolgerung äußerte sie sich besorgt über Meldungen, wonach Arbeitgeber ihre Hausangestellten misshandelten und in anderer Weise gegen ihre Rechte verstießen. So wurde Hausangestellten unter anderem der Schlaf entzogen, ihre Löhne wurden einbehalten, ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt und ihnen der Zugang zu grundlegenden Kommunikationsmitteln wie zum Beispiel Telefonen verweigert. Die Sonderberichterstatterin stellte ferner fest, dass Frauen aus Mittel- und Ostasien nach Oman gebracht und zur Prostitution gezwungen wurden. (AI Jahresbericht 2007)

Jürgen Linden, der natürlich auch gleich wieder dabei ist, wenn es solche »Erfolge« zu vermelden gibt, erkennt immerhin, dass da noch gewisse Defizite im Oman bestehen:

Der OB erhofft sich von dem Projekt, dass nicht nur die Wissenschaften, sondern auch «Menschlichkeit» an den Golf getragen werde. (AN)

Allerdings weiß man aus Aachen nur allzu gut, welchen Stellenwert man an einer Technischen Hochschule, wie sie in Oman geplant ist, den Gesellschaftswissenschaften einräumt.

Seniorenkriminalität

Darius 20.07 Uhr Filed under: Medienschelte

Gerade erst hat ein bekanntes Magazin unter der Ãœberschrift

„Greise Straftäter lachen über den Staat“

über Seniorenkriminalität geschrieben. Nun berichten die Medien von einem anderen Fall: Ausgerechnet in der berüchtigten Münchener U-Bahn habe ein 64-Jähriger einen 26-Jährigen drangsaliert und gedroht, ihn zu erschießen.

Als der Student den 64-Jährigen nach dem Aussteigen im U-Bahnhof zur Rede stellte, zog der später geständige Täter ein Taschenmesser und schlitzte seinem Gegenüber die Wange vom Mundwinkel bis zum Ohr auf.

Klar, dass auch hier wieder andere Attribute herhalten müssen, um den Täter in den Kontext einer bestimmten sozialen Gruppe zu stellen.