Montag, 25. September 2006

Der Kapitalismus auf Siegeszug

Darius 22.45 Uhr Filed under: Segnungen des Kapitalismus

Tagesschau.de weiß zu berichten:

Die EU-Staaten haben einstimmig die Vorschriften für Verpackungsgrößen gekippt. […] Dies sei ein Testfall für die Entbürokratisierung, sagte der für Deutschland verhandelnde Wirtschaftsstaatssekretär Joachim Wuermeling. […] Künftig könne ein Kaffeehersteller auf die Idee kommen, Einzelportionen zu verkaufen, oder ein Nähgarnhersteller könnte einzelne Zwirne für nur einen Jacketknopf ins Sortiment aufnehmen, sagte er.

Danke, danke! Darauf haben gewiss Millionen Verbraucher gewartet, Zwirn in Dezimeterstücken kaufen zu können und das Kaffeepulver löffelweise. Aber irgendwie ist es schon beruhigend zu hören, dass die Industrielobby sich über solche Erfolge freuen muss. Was nervt, ist wenn die Politiker dann so tun, als wäre das im Verbraucherinteresse geschehen.

Mittwoch, 20. September 2006

Herta Müller: »Mit 17 freiwillig in der Waffen-SS gewesen zu sein, das werfe ich ihm vor«

Darius 8.50 Uhr Filed under: Alles und nichts

Mit 17 freiwillig in der Waffen-SS gewesen zu sein, das werfe ich ihm vor. Wie könnte ich es ihm nicht vorwerfen? Ich meine, mit 17 ist man schon ziemlich erwachsen. […] Ich selbst stand mit 17 auch vor der Entscheidung, ob ich mich mit dem Regime arrangiere, und ich habe es nicht getan, um nicht den gleichen Fehler zu machen wie er.

Mit keinem Wort ging Herta Müller am Samstagabend, als ihr der Aachener Walter-Hasenclever-Literaturpreis verliehen wurde, direkt auf Günter Grass ein. Als sie – vielleicht noch sorgsamer, als ich das hier zitiert habe – ihre Worte in die Halle der ehemaligen Schirmfabrik, in der der Preis verliehen wurde, aussandte, sprach sie von ihrem Vater. Die Parallele zu Grass zu sehen, war jedoch geradezu zwingend, und deshalb bedurfte sie keiner Erwähnung, als Herta Müller beispielsweise von halbherzig hilflosen Versuchen erzählte, im Nachhinein die Vergangenheit in Form von SS-Abzeichen auf einem Foto mit dem Ruß abgebrannter Streichhölzer zu retuschieren.

Die Preisverleihung selbst war übrigens ziemlich schmucklos und wirkte wie ein konspiratives Treffen einer verschworenen Gemeinschaft der Literaturkenner, während jenseits der Glastüren eine Hochzeitsgesellschaft tafelte und ausgelassen feierte.

Einzig Regina Pastuszyk schuf mit der Klarinette einen musikalischen Rahmen, der dem Vorgang im Ludwigforum, in dem wegen des Umbaus der Ausstellung Leitern und Gerümpel herumstanden, ein bisschen mehr Würde verlieh. In dieses Bild passt leider auch, dass bis heute auf den Webseiten der Walter-Hasenclever-Gesellschaft die eigentliche Preisverleihung nicht erwähnt ist.

Montag, 18. September 2006

mach auf

Darius 2.54 Uhr Filed under: Geheimnisse dieser Welt

Foto: Thadenmach auf
nein
ich will
hinein
nein
mach auf
nein
ich will
hinein
nein
mach auf
nein
mach auf

text: h. c. artmann

foto: t. j. c. de jong

Sonntag, 17. September 2006

Quittung für die Berliner Hardliner

Darius 19.21 Uhr Filed under: Was geht ab

Neun Prozentpunkte weniger, wahrscheinlich deutlich über ein Drittel der Stimmen verloren – niemand wird wohl behaupten können, der Kurs der Berliner Linkspartei (PDS) wäre bei dieser Wahl bestätigt worden. Von der Unzufriedenheit konnte aber auch die Berliner WASG nicht in dem Maße profitieren, wie sie es erhofft hatte. Ihr schreibt man in ersten Fernsehkommentaren schon jetzt von Seiten der Berliner Linkspartei die Schuld für das schlechte Ergebnis der Linkspartei zu:

Für den Berliner Linkspartei-Vorsitzenden Stefan Liebich ist das Ergebnis auf die Auseinandersetzungen zwischen Linkspartei und WASG in der Stadt zurückzuführen. […] Die WASG habe ihr Ziel, »uns zu schwächen«, erreicht. (RBB)

Ich halte davon nichts (bzw. solche Aussagen für eine unglaubliche Dreistigkeit). Für ihr schlechtes Ergebnis ist jede der Parteien selbst verantwortlich: die Linkspartei, weil sie bis zur Unkenntlichkeit linke Politik zugunsten einer so genannten »Regierungsfähigkeit« aufgegeben hat, die WASG, weil sie mit einer protoreligiösen Politsekte am Ruder einen Kurs ins politische Abseits angesteuert hat. Beide waren sich seit vielen Monaten einig, dass sie jeweils nicht über den eigenen Schatten springen würden, um die Vision einer starken gemeinsamen Linken zu verwirklichen, mit der man bei der Bundestagswahl noch WählerInnen hatte begeistern können. Die Vision einer Linken, die konsequent gegen Sozialabbau, Arbeitsplatzvernichtung, Privatisierung und Militarisierung ist, ohne in die ach so verständlichen Träume von der besseren Welt in nachrevolutionärer Zeit zu verfallen (oder diese gar mit real erreichbaren diesseitigen Zielen zu verwechseln), diese Vision wurde von Linkspartei und WASG in Berlin nicht verfolgt. Zu hoffen ist nun, dass die extremen, bewegungsunfähigen Flügel des Parteibildungsprozesses verstehen, welche Quittung sie da bekommen haben.

Battle of Extensions: Colorzilla vs. Adblock

Darius 17.30 Uhr Filed under: My WebLab

Gestern habe ich endlich die neue Firefox-Version aufgespielt und wie üblich gleich die Erweiterungen aktualisieren lassen. Leider scheint es jetzt eine Inkompatibilität zwischen den Erweiterungen ColorZilla und sowohl Adblock als auch Adblock Plus zu geben.
Bei Verwendung von ColorZilla verweigern sowohl Adblock (»Adblock is not yet enabled: Make sure the bowser is located on a write-accessible disk.«) als auch Adblock Plus den Dienst und Firefox startet oft nicht korrekt. Wird ColorZilla deaktiviert, dann funktioniert alles. Schade, denn vorher kamen die sich nicht in die Quere und auf beide möchte ich nicht verzichten.

Meine Umgebung:

  • Mozilla/5.0 (X11; U; Linux i686; de; rv:1.8.0.7) Gecko/20060911 SUSE/1.5.0.7-0.1 Firefox/1.5.0.7
  • ColorZilla 0.8.3.1
  • Adblock 0.5.3.043

Das Problem beschreibt auch jemand unter Gentoo Linux. Leider verstehe ich weit weniger als er davon.

Update: Leider gibt es immer noch keine neue Version von ColorZilla. Da ColorZilla nicht in Firefox 2.0 funktioniert, hat sich das o.g. Problem erübrigt. Schade aber, dass es keinen ColorZilla für FF2 gibt.

Lose-Lose-Situation

Darius 16.31 Uhr Filed under: Was geht ab

Um es noch schnell vor den ersten Hochrechnungen zu sagen: Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie die Berlin-Wahl ausgehen wird, und ich traue den Prognosen auch keinen Millimeter über den Weg. Die Bundestagswahl hatte bereits überdeutlich gezeigt, dass die Institute spätestens bei den kleinen Parteien völlig versagen. (Zur Erinnerung: Einige hatten schließlich bis zu unglaublichen 14% für die Linkspartei mit WASG-Unterstützung prognostiziert. Und wer das nicht hatte glauben können, behielt recht. Das reale Ergebnis war trotzdem respektabel: immerhin hatte die Linkspartei einen großen Sprung getan und die Grünen überrundet.)
Was ich aber zu prognostizierern wage: So oder so, Berlin wird rot. Entweder lebendrot oder blutrot. Achnee, ähm: so oder so, ich werde mich über das Ergebnis der Berliner WASG wohl kaum freuen können: Ist es ein gutes Ergebnis, dann steht zu befürchten, dass die Kräfte in der WASG erstarken, die den Aufbau ihrer Separatstrukturen in der Stuktur betreiben, statt eine starke vereinigte linke Linke durchsetzen zu wollen. Schneidet die WASG hingegen schlecht ab, so werden diejenigen triumphieren, die schon immer jede kritische Position zum Kurs der Berliner Linkspartei ablehnten. Leider sind in Aachen beide Flügel stark vertreten: einer in der WASG, die das Projekt einer gemeinsamen Linken weitgehend aufgegeben hat, und einer in der Linkspartei unter Führung eines ewigen Verteidigers der Politik der Berliner L.PDS. Muss man also hoffen, dass L.PDS und WASG beide schlecht abschneiden, damit die Parteien nochmal zur Besinnung kommen, bevor der Vereinigungsprozess in die letzte Runde geht?

Donnerstag, 7. September 2006

DGB will »Untergraben der sozialen Sicherung« nicht weiter zulassen

Darius 18.06 Uhr Filed under: Alles und nichts

Für den 21. Oktober ruft der DGB zu Großdemonstrationen in fünf Städten auf. Dazu erklärte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer:

Michael Sommer (Quelle: DGB / Stefan Boness, IPON)[...] Vor ziemlich genau einem Jahr haben die Bürgerinnen und Bürger einen neuen Bundestag gewählt. Sie haben einer Großen Koalition den Regierungsauftrag erteilt. Aber sie haben mit ihrem Votum klargestellt, dass es bei Reformen sozial gerecht zugehen muss. [...]
Unübersehbar macht sich in Deutschland eine gewisse Enttäuschung über die Große Koalition breit. […]
Viele Reformen, die teils schon beschlossen, teils erst in Eckpunkten bekannt sind, werden aus unserer Sicht keiner sozialen Politik gerecht. […]
Wir werden und können nicht zulassen, dass die soziale Sicherheit, nach der sich Millionen sehnen, weiter untergraben wird. […]

Es geht besser!Das Motto der Demonstrationen, »Das geht besser, aber nicht von allein!« stieß auf geteilte Reaktionen. Jedenfalls ist mit dem Slogan allein die Interpretation nicht ausgeschlossen, dass »es« (gemeint ist die Reformpolitik der Großen Koalition) nach Meinung des DGB jetzt schon gut ginge und unter Beteiligung des DGB lediglich »noch besser« gehen könnte.
Tasächlich setzt Sommer in seiner heutigen Rede (laut Manuskript) aber ein paar interessante Akzente. Der Hinweis, dass die WählerInnen »mit ihrem Votum klargestellt [haben], dass es bei Reformen sozial gerecht zugehen muss«, bezieht sich, wie ich ihn interpretiere, auch auf das starke Abschneiden der Linken. Die »erschütternd schlechten« Umfragewerte für die Große Koalition führt Sommer auf deren unsoziale Reformen zurück. Demensprechend fordert er eine sozial gerechtere Poltik.

Völlig unverständlich ist, dass die Regierung Merkel Konzernen 5 Milliarden Euro Steuern schenken will – nach anderen, auch seriösen Rechnungen summieren sich die Steuergeschenke sogar auf 16 Milliarden Euro.

Im Aufruf zu den Demonstrationen heißt es:

Was ist geplant?

  • Mit dem Gesundheitsfonds drohen den Versicherten weniger Leistungen, höhere Beiträge und Kopfpauschalen. Die Privatversicherungen sollen fein raus bleiben.
  • Nullrunden für die Rentnerinnen und Rentner. Weitere Rentenkürzungen durch die Rente mit 67.
  • Immer mehr Druck auf Arbeitslose. Weitere Kürzungen sind nicht ausgeschlossen, Arbeitsplätze aber nicht in Sicht.
  • Es fehlen zehntausende von Ausbildungsplätzen. Nicht einmal ein Viertel der Betriebe bildet aus. Der Ausbildungspakt von Arbeitgebern und Bundesregierung hilft nicht weiter.
  • Der Kündigungsschutz ist in Gefahr. Die Arbeitgeberverbände wollen die Mitbestimmung verschlechtern.
  • Die Mehrwertsteuererhöhung macht das Leben der Menschen teurer. Gleichzeitig soll es neue Steuergeschenke für Unternehmen geben.

So kann es nicht weitergehen. Wir müssen gegensteuern. Wir fordern eine Politik für eine soziale Erneuerung. Eine Politik, die Sicherheit, Perspektiven und Vertrauen schafft.

Später mehr dazu.

Frau Fenster wechselt die Läden

Schon ein alter Hut ist die Geschichte des Mädchens, dem die Eltern den Namen Pepsi-Carola gaben, um 10.000 Mark Prämie eines bekannten Getränkekonzerns zu ergattern, der am Tag ihrer Geburt mit einem neuen Lizenznehmer auf den norddeutschen Markt drängte.
Nicht weniger obskur ist, dass bei Microsoft eine Sicherheitsspezialistin mit dem Namen Window arbeitete. Leider habe ich bisher nicht herausgefunden, ob ihr Geburtstag der 20. November 1985 ist.
Einmal mehr lässt sich die Geschichte zur die klassischen Pointe fortführen: Von Pepsi-Carola Zimmermann wurde berichtet, dass sie am liebsten Orangensaft trinkt. Window Snyder wechselte nun zur Mozilla Corporation. Nicht nur die Revolution frisst ihre Kinder…

Übrigens betreibt Window ein ganz hübsches Weblog mit recht guten Tierfotos. Von ihrer Keniareise weiß sie außerdem eine Anekdote zu erzählen, die ein wenig literarische Ausgestaltung verdient hätte (für die ich leider auch gerade keine Zeit habe): Window besucht Massai Mara. Beeidruckt vom Tanz einiger Massai fragt die IT-Spezialistin aus Redmond, welchen Zweck der Tanz denn habe. Antwort: Frauen aufzureißen.

Wie das alles zusammenhängt? Schon in den 1970er Jahren hatte Gerhard Seyfried in einer unscheinbaren Karikatur zum Thema »Konsumterror« den ultimativen Slogan präsentiert, auf den sich bis heute die meisten Werbebotschaften reduzieren lassen:

Sauf literweise Rülpsi-Cola und du fühlst dich riesig und hast massenhaft Freundinnen!

Samstag, 2. September 2006

Neues aus der Tierwelt

Darius 1.13 Uhr Filed under: MedienschelteNatur und so

Normalerweise interessiert mich herzlich wenig, worüber man sich in der Welt der Fleischesser mal wieder aufregt. Etwas seltsam fand ich aber doch, als vorhin im Radio von »Döner- und Entenfleisch« die Rede war. Auch ein bekanntes Nachrichtenportal berichtet:

Dort [in München] hatten gestern und heute Morgen die Fahnder der Soko »Kühlhaus« bis zu 70 Tonnen Döner- und Entenfleisch sichergestellt. Deren Mindesthaltbarkeitsdatum war teils um vier Jahre überschritten. Von den ersten 20 begutachteten Proben waren 17 auffällig. »Sie waren ranzig, muffig, alt und fremdartig, erschienen grünlich und Ekel erregend«, so ein Behördensprecher. Ob das vergammelte Fleisch auch gesundheitsgefährlich ist, sollen mikrobiologische Analysen bis Mitte nächster Woche erweisen.

Wenn es nach mir ginge, sollten gar keine Enten und Döner zur Fleischproduktion getötet werden.
Die Spiegelleser wollen ja angeblich mehr wissen und sind deshalb bestimmt auch schon alle ganz gespannt auf das schwer vorherzusagene Ergebnis, ob das vier Jahre alte, grünliche, ekelerregende Fleisch eventuell ungesund ist.

Freitag, 1. September 2006

Redler wünscht WASG und Linkspartei in die Opposition

Darius 14.38 Uhr Filed under: Was geht ab

Es ist tatsächlich eine interessante Frage, welche Optionen man sich vorstellt, wenn die Berliner WASG mit ihrer eigenständigen Kandidatur die 5%-Hürde nehmen und SPD plus L.PDS zugleich deshalb die absolute Mehrheit verfehlen würden.
Soviel vorab: Ich finde, dass eine eigenständige Kandidatur, wenn man sich in Politik und Programm der anderen Parteien nicht wiederfindet, sich nicht rechtfertigen muss dafür, dass die anderen dann womöglich ihre Mehrheiten nicht mehr erreichen. Trotzdem ist es natürlich richtig, danach zu fragen, wie man mit den Ergebnissen umgehen will.
Die Sozialistische Zeitung interviewte für ihre Septemberausgabe die SAV-Funktionärin und Spitzenkandidatin der Berliner WASG, Lucy Redler. Angesprochen auf das nicht unrealistische Szenario, die WASG erreiche 5%, die L.PDS 15% und Rot-Rot verpasse damit die Mehrheit im Abgeordnetenhaus, erklärt sie:

Ich habe bereits gesagt, dass der Platz für eine linke Partei nicht in einer Koalitionsregierung mit der neoliberalen SPD sein darf. Und in der LPDS Berlin gibt es wahrscheinlich nur dann eine Chance auf einen Kurswechsel, wenn die Partei nicht weiter an der Regierung beteiligt ist.

Zu recht hatten Linke in der Berliner WASG empört reagiert, als die Berliner PDS zu Zeiten, als man noch über eine gemeinsame Kandidatur verhandeln wollte, bereits öffentlich verkündete, nach der Wahl die Koalition mit der SPD wie gehabt fortsetzen zu wollen. Ob man eine Koalition für sinnvoll erachtet, muss meiner Meinung nach durch eine Abwägung der realen Gestaltungsmöglichkeiten entschieden werden. Wir haben in einer Stellungnahme ganz bewusst auf den Wert beider Optionen hingewiesen: »Oft liegt in der Opposition mehr gestalterische Kraft als in einer Regierungsbeteiligung.« Welche Option die bessere ist, kann aber erst nach der Wahl in Verhandlungen entschieden werden.
Walter hatte vor Monaten als reizvollstes Szenario skizziert, wenn die Berliner L.PDSPD gezwungen wären, eine Minderheitenregierung unter Duldung der WASG einzugehen. Lucy Redler scheint eher eine softe Verelendungstheorie zu bevorzugen: Wenn es eine klare rechte Regierung gibt, könne die WASG am besten Opposition sein. Das Gegenteil dürfte der Fall sein: Wenn SPD und L.PDS oder auch nur die L.PDS Opposition werden, werden sie die linke Rhetorik wieder auspacken, der ihre Regierungspolitik derzeit gar nicht entspricht. Ob die Berliner WASG mit dominantem Einfluss der SAV dann in der Lage wäre, sich weiter als die linke Kraft zu profilieren, halte ich für mindestens ungewiss.
Für eine wie auch immer geartete Kooperation mit SPD und L.PDS müssen natürlich harte Kriterien aufgestellt werden. Natürlich müssen Sozialabbau und Privatisierungen gestoppt werden usw. Sich schon jetzt darauf festzulegen, dass nicht nur die WASG, sondern auch gleich noch die L.PDS in die Opposition sollen, bedeutet, darauf zu verzichten, auch nur zu versuchen, eine andere Politik für Berlin real zu verhandeln.