Montag, 19. September 2005

Wer wählte wen?

Darius 14.07 Uhr Filed under: Alles und nichts

Laut Infratest-Dimap wählten die über 60-Jährigen besonders stark CDU/CSU, die FDP kam – lag es an Westerwelles Coming-Out? – bei den Männern zwischen 25 und 34 am besten an, die Grünen bei den Frauen von 35 bis 44 und den Beamten, die Linkspartei schnitt überdurchschnittlich bei den ArbeiterInnen und besonders den Arbeitslosen ab (25%). Die SPD erreichte ihr bestes Ergebnis bei den Ostfriesen (56% im Wahlkreis Emden/Aurich)…

Freitag, 2. September 2005

Verordnete Betroffenheit?

Darius 14.55 Uhr Filed under: Medienschelte

Unter der Überschrift »Bashing statt Spenden« greift C. C. Malzahn, Leiter des Politik-Ressorts bei Spiegel-Online, diejenigen Politiker an, die es gewagt haben, angesichts der Unwetter-Katastrophe am Golf von Mexiko die Versäumnisse der US-Regierung in Sachen Klimaschutz anzusprechen. Es »wäre zurzeit kaum die Stunde, im deutschen Wahlkampf wieder US-Bashing zu betreiben und den Finger nach Washington zu richten«, meint Malzahn.
Wieso? Ich finde es durchaus richtig, wenn man angesichts dessen, was da passiert, nicht nur die Betroffenheitsrhetorik rauskramt und Hilfe anbietet, obwohl man weiß, dass sie kaum zu gebrauchen sein wird, sondern auch über umweltpolitische Versäumnisse redet, die möglicherweise zum Ausmaß der Katastrophe beigetragen haben. Klar, dass das die unmittelbar Bedrohten jetzt nicht interessiert, aber für diese Zielgruppe kann Trittin auch wenig Sinnvolles anbieten von hier aus.
C. C. Malzahn selbst ist mir noch in Erinnerung für sein allerdämlichstes Handke-Bashing im Juni. Lächerlich, wenn der jetzt meint, Trittin vorführen zu müssen, weil der in Zeiten der Not über (mögliche) Ursachen gesprochen hat. Niemandem wäre geholfen, wenn jetzt ein Konsens des Schweigens über die politischen Dimensionen herrschte, nur um nicht Gefahr zu laufen, dass jemand eine politischere Äußerung für Wahlkampf halten könnte. Umgekehrt: es sähe nach Wahlkampf-Wohlverhalten aus, wenn jetzt alle nur von der armen Betroffenen redeten und nur ihr ach so großes Mitgefühl ausdrückten. Ich habe absolut nichts gegen Mitgefühl und Beileid, aber ich habe etwas dagegen, wenn ein ausgemachter Schmierenjournalist zu Betroffenheitsgesten und Symbolpolitik zwingen will. Ginge es den betroffenen Armen dann besser?