Freitag, 28. Januar 2005

Sorry, Herr Knopp!

Darius 14.35 Uhr Filed under: Medienschelte

Der bei der ARD im Web angebotene Zusammenschnitt angeblicher Sendungshöhepunkte der Harald-Schmidt-Sendung vom 26.1. enthält genau die von mir erwähnten Passagen nicht. Mir scheint, da musste dann doch auf allerlei Empfindlichkeiten Rücksicht genommen werden.
»Schiff geht unter. Frau weint…«, dazu darf – schließlich gefällt sich Deutschland gerade so in der Kriegsopferrolle – vielleicht doch kein lustiges Spiel veranstaltet werden. Ein ganzer Saal singt und zieht die vom anderen öffentlich-rechtlichen Sender als seriös vermarkteten Knoppdokumentationen ins Lächerliche! Zufall, dass Harald Schmidt in der folgenden Sendung ohne erkennbaren Zusammenhang betont, dass zum ZDF ein gutes Verhältnis bestehe?
Natürlich wird Harald Schmidt so etwas nicht verboten. Aber man dokumentiert es dann lieber nicht im Internet, und eine kleine versöhnliche Geste in der nächsten Sendung (Schmidt und Andrack spielen die ZDF-Spots »Mit dem Zweiten sieht man besser« nach) scheint dann nötig zu sein. Schade, damit entspricht die ARD eben doch dem Eindruck, dass es mit der Meinungsfreiheit nicht so weit her ist, weil diverse Rücksichtnahmen nötig sind. Eben nur andere als bei einem kommerziellen Sender. Schade auch, weil die Knopp-Dokumentationen, in denen regelmäßig der Perspektive inzwischen oft seniler Verbrecher und Tatbeteiligter mehr Raum eingeräumt wird als ihren Opfern, wirklich Schrott sind.

Donnerstag, 27. Januar 2005

Nominiert für den Untergang

Darius 3.06 Uhr Filed under: Medienschelte

Publikumshöhepunkt der heutigen Harald-Schmidt-Sendung war sicher die Performance zum Norbert-Frei-Zitat aus der SZ vom 22.1., wie Guido-Knopp-Dokumentationen funktionieren:

Über Wasser: Schiff fährt. Unter Wasser: Torpedo kommt. Schiff geht unter. Frau weint. Nächstes Schiff.

Amüsant fand ich auch Schmidts eigenen Satz

Herzlichen Glückwunsch. Deutschland ist nominiert für den Untergang.

Wie schön wiederum diese beiden Zitate zueinander passen, war ihm leider entgangen.

Dienstag, 25. Januar 2005

Giftige Wörter

Darius 13.59 Uhr Filed under: Segnungen des Kapitalismus

Vor mir liegt so ein verdammt gesund aussehender Corny Müsliriegel, »Sorte Milch« und »mit wertvollem Calcium & leckerer Milchcreme«. Nun wissen wir längst, dass sportlich-gesundes Design der Verpackung eine Sache ist, und was man darinnen findet eine andere. In dieser finden sich außer aufgepopptem Getreide u.a.

Glucose-Fructose-Sirup, Glukosesirup, Oligofructose, Polydextrose, Zucker, Dextrose, Milchzucker, gezuckerte, kondensierte Vollmilch, Honig, Karamelzuckersirup

Hätte man sich ja denken können, wenn man das Produkt einer Marmeladenfabrik vor sich hat, dass deren Einstellung zu Zuckern aller Couleur nicht so zurückhaltend ist.
Andere sehen das problematischer. Meine für derlei Evangelien leider empfänglichen Großeltern haben sich von irgendeinem selbsternannten Gesundheitsapostel verkünden lassen, dass Zucker im Grunde die Ursache aller modernen Krankheiten wäre. Auf Leute, die diesem Glauben ebenfalls anhängen, scheint die Firma Danone mit der aktuellen Werbung für ihre »Fruchtzwerge« zu zielen, die massiv mit dem Hinweis »ohne Kristallzucker« beworben werden. Nun dummerweise schmeckt der Fruchtquark zuckergewöhnten Kindern vermutlich ohne ebendiesen nicht. Was tun? Man könnte Traubenzucker nehmen, aber das böse Wort Zucker steckt immer noch darin. Nennen wir es Dextrose? Das klingt ja noch künstlicher und ungesünder…
Ohne KristallzuckerAber wozu gibt es Marketingexperten. Für Danone haben sie offenbar etwas erfunden, das sich »die Süsse aus Früchten« nennt, oder genauer (auch orthografisch) »Traubenfruchtsüße«. Dass es sich um eine rein sprachliche Erfindung handelt, dürfte klar sein. Was eine Firma dazu treibt, ausgerechnet unter dem Deckmantel gesunder Ernährung ihre Kunden derart für dumm zu verkaufen, hingegen weniger. Diese vermeintlichen Gesundheitsapostel sind wohl eher falsche Propheten, die dem Mammon huldigen.
Mein Großvater übrigens hat schließlich sicherheitshalber fast gar nichts mehr gegessen, denn er misstraute irgendwann auch dem Fruchtzucker usw., und was ist schon völlig zuckerlos? Lange ging das leider nicht mehr gut…

Montag, 24. Januar 2005

Luchs im Garten

Darius 19.22 Uhr Filed under: Natur und so

LuchsDem Sturm vor wenigen Tagen hatte ein Baum im Tierpark nicht standhalten können. Niederbrechend riss eine große Buche auch den Zaun eines Geheges zu Boden, in dem ein Luchsweibchen mit drei männlichen Vertretern ihrer Art zu leben pflegte. Wie die Lokalpresse (AN) berichtet, nutzte die große Katzendame die Gelegenheit, das Weite zu suchen. Anwohner werden gewarnt, sich der – im Grunde allerdings harmlosen – schäferhundgroßen Katze lieber nicht zu nähern, falls diese einen Besuch im Vorgarten abstatten sollte. Die Chancen, sie wieder einzufangen scheinen jedoch nicht allzu groß. Auch mit Infrarotkameras der Feuerwehr konnte sie laut WDR bisher nicht gefunden werden.
Der Chef des Tierparks hofft, wenn die Großkatze schon nicht zu fangen sei, dass sie sich in die nicht allzu weit entfernten Eifelwälder retten könne. Im Nationalpark Eifel wird seit geraumer Zeit über die Rückkehr von Luchsen gemutmaßt, seitdem in Dahlem und bei Hellenthal Luchse gesehen wurden.
Auf dem Weg vom Tierpark in die Eifel könnte der Luchs gut in unserem Garten Rast machen, der durchaus auf der Strecke liegt. So ein Luchs lässt sich angeblich gerne etwa ein Reh pro Woche schmecken, und mein Bruder entdeckte wenige Tage vor dem Ausbruch des Luchses vier Rehe unweit seines Schlafzimmerfensters. Damit wäre das Rätsel gelöst, wer nächtens die Rosen im Garten grob abreißt und verschwinden lässt, und mit dem Luchs wäre auch das Problem zu lösen, wie die Rehe dort wieder verschwinden.
©2005 MymykrySollte der Luchs aber keines der Rehe antreffen, so würde ich ihm ein paar Dosen »Tollisan« Katzenfutter anbieten, dessen Etikett – offenbar für solche Fälle – eine Fütterungsempfehlung auch für Katzen der Gewichtsklasse 25 bis 35 Kilogramm zu nennen weiß.

Montag, 10. Januar 2005

WordPress, 2. Versuch

Darius 12.52 Uhr Filed under: My WebLab

Angeregt durch Foxis Suche nach einem werbefreien Weblog habe ich mich nochmal intensiver mit WordPress befasst. Inzwischen bin ich mit der Gestaltung einigermaßen zufrieden, allerdings scheint mein derzeitiges Layout nur von neueren Mozilla-Browsern korrekt umgesetzt zu werden. Leider ist wohl zu erwarten, dass ich die diversen Anpassungen, die ich vorgenommen habe, beispielsweise um deutsche Typografie bei den Anführungszeichen zur erreichen („…” statt “…”), bei einer neueren WordPress-Version erneut vornehmen müssen werde.