Mittwoch, 12. September 2007

Religionsfreiheit oder die Freiheit zu religiöser Verfolgung

Darius 13.02 Uhr Filed under: Opium des Volkes

Dass Religionsfreiheit in den Augen mancher Unionspolitiker offenbar vor allem die Freiheit ist, in staatlichen Schulen Kruzifixe an die Wand zu nageln, führt mal wieder der angebliche »Innenexperte« der Unionsfraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach vor. Er forderte – wohl nicht ganz zufällig in Bayern – die Einführung eines »Konvertiten-Registers«. Dass es elementare Grundrechte verletzt, Menschen allein wegen eines Wechsels der Religion als terrorverdächtig zu behandeln, ist ihm offenbar schnuppe:

»Ich bin nicht bereit, aus lauter politischer Korrektheit die Augen vor der Realität zu verschließen«

Man kann der extremen Rechten nur gratulieren: Deren (vorgebliche) Kampagne gegen Political Correctness, die in Wahrheit eine Kampagne gegen Grundrechte wie Menschenwürde und Religionsfreiheit ist, ist in der Union anscheinend bereits weitestgehend aufgegangen.
Kleine Nachfrage an Herrn Bosbach: Sollen denn auch Konvertiten in Ihr Register eingetragen werden, die zum Christentum übergetreten sind? Oder ist das mit der Gleichbehandlung auch wieder nur so ein politisch korrekter Schmarrn?

Update: Bosbach bestreitet die Zitate.

1 Kommentar »

  1. Nach Lektuere von Spiegel-online fällt mir auf, dass Bosbach lediglich `nicht gefordert` habe. In seinem Gehabe wirkte er sonst auch kaum `fordernd`. Dies fiele also nicht auf. Man kann auch durch empathisch-engagierte Sprache eine vorgeblich nicht gewuenschte Sache `indirekt empfehlen`! Das gilt ebenso für Beckstein.
    Schlampige (oder bewusst denunzierende?) Arbeit hat hier der Bayr. Rundfunk durch ein `beauftragtes Redaktionsbüro` und eine spaete `Richtigstellung` geliefert.

    — Comment by Helmar am Montag, 10. August 2009 um 4.54 Uhr

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