Montag, 8. März 2010

Endlich wieder up to date

Darius 2.28 Uhr Abgelegt unter: My WebLab

Nach einem gescheiterten Versuch mit Plesk 9.2 im Januar habe ich heute endlich meinen Server von Plesk 8.6 auf 9.3 updaten können. Puh, die alte Installation war inzwischen völlig vermurxt und musste endlich weg. Leider ist die Prozedur immer noch ziemlich kompliziert, wenn man folgende Schritte durchführen will:

  • Backup auf dem alten System anlegen.
  • Denselben Server mit neuer Software neu installieren lassen.
  • Das Backup zurückspielen auf die neue Umgebung.

Klingt nicht so schrecklich, zumal Plesk ein Tool zum Konvertieren eines 8.x Backups für Plesk 9.x bietet. Leider hat das bei meinem Versuch im Januar aber an so vielen Stellen geklemmt, dass ich vorerst das alte System hatte zurückspielen lassen. Nun ging es mit einigen Vorbereitungen dann zu meinem großen Erstaunen relativ glatt. Vielleicht hilft es irgendwem, wenn ich folgende Schritte verrate, die ich durchgeführt hatte:

  • Zuerst mal die alte Installation ein bisschen vorbereiten. Mein erster Upgrade-Versuch war unter anderem daran gescheitert, dass in einem Fall ein Kunde und ein Domaininhaber mit dem gleichen Namen angelegt waren. (Logisch: Es war auch dieselbe Person. Aber Plesk 9 mag das offenbar nicht.) Wenn man es vorher weiß, kann man ganz problemlos die Namen in Plesk ändern. (Ich habe im einen Fall einfach »Kunde« zum Namen hinzugefügt.)
  • Die Inhalte von Horde (z.B. Kalender und Adressbücher) werden vom Pleskbackup nicht erfasst. Ebenso die Einstellungen von Mailman (Plesk sichert die Namen der Mailinglisten und deren Mitglieder, aber nicht die Detaileinstellungen der Listen, z.B. die Sprache oder die Abonnementregeln). Also gegebenenfalls diese Daten nach den Angaben von Horde und Mailman sichern.
  • Die Backups habe ich dann auf der Kommandozeile erzeugt und im sicheren Bereich des virtuellen Servers abgelegt, der bei der Neuinstallation unberührt bleibt. (Zur Sicherheit habe ich die Backups dann aber auch noch heruntergeladen.) Siehe dazu das Handbuch zum »Migration Manager«.
  • Dann die Neuinstallation des Servers mit neuerem Linux und neuem Plesk veranlassen (bei meinem Provider ist das SuSE 11.1 mit Plesk 9.2).
  • Plesk updaten auf die neueste verfügbare Version (9.3). (Am besten auch über die Kommandozeile, sonst werden einzelne Pakete nicht aktualisiert. Im Ergebnis meldet Plesk, dass Updates für 9.3 vorlägen, aber »alle« Komponenten scheinen up-to-date.)
  • Mit dem Updater von Plesk die benötigten Komponenten nachinstallieren (Mailman, Horde, Backupmanager, Migrationmanager).
  • In Plesk Mailman aktivieren (Mailman-Admin-Passwort anlegen, muss nicht unbedingt wie das alte sein).
  • Mailman-Voreinstellungen in der Datei mm_cfg.py einstellen, z.B. die Sprache auf ›de‹.
  • Das Plesk-Backup konvertieren von 8.x zu 9.3 (wie in der Migrationsanleitung).
  • Wegen der Serverneuinstallation stimmt leider die Signatur des Backups nicht. Also Signatur aus der XML-Datei im konvertierten Backup (Dump) entfernen. Außerdem trat bei meiner XML-Datei ein Fehler mit dem Eintrag »info_not_required« auf. Den betreffenden pinfo-Eintrag habe ich deshalb ebenfalls entfernt.
  • Jetzt kann unter Plesk der Backup-Manager das konvertierte Update installieren.
  • Tatsächlich waren diesmal alle Kunden, Domains, Webseiten, Datenbanken, Mailaccounts und Mailinglisten wieder da. Die Mailinglisten müssen ggfs. nachkonfiguriert werden, wenn sie sich von den Vorgaben der defaults.py und den Anpassungen der mm_cfg.py unterscheiden sollen.
  • Zuletzt trieb mich Horde noch zur Verzweiflung. Jedenfalls erreichte ich Horde nicht wie zuvor über die Subdomain webmail. Letztlich ist es eine lächerliche Kleinigkeit, die man wissen muss: Horde muss bei Plesk 9.3 mehrfach ausgewählt werden (weil Plesk jetzt auch andere Webmailer unterstützt): 1. muss das Paket mit dem Updater installiert werden (s.o.). 2. ist in den Servereinstellungen im Bereich Mailserver Horde als Webmail-System zu wählen. Jetzt könnte man denken, damit wäre es getan. Erforderlich ist aber 3., bei jeder Domain, die Horde anbieten soll, speziell nochmal bei den Maileinstellungen für diese Domain Horde als Webmailer auszuwählen.
  • Jetzt kann vielleicht bei den Maileinstellungen des Servers noch zen.spamhaus.org eingetragen werden (dort, wo spamhaus als Beispiel steht). Es genügt aber dieser eine Eintrag für Spamhaus, er schließt die anderen Spamhaus-Mechanismen ein. Und dann bitte beachten, dass zum Mailversand jetzt immer Port 587 statt 25 für den SMTP-Server in den Mailprogrammen eingestellt werden muss.
Dienstag, 27. Oktober 2009

Attestierte schlechte Laune

Darius 0.55 Uhr Abgelegt unter: Medienschelte

Ich mag es ja gar nicht, wenn jemand anderes mir meint attestieren zu können, ob ich gute oder schlechte Laune habe oder zu seiner Aussage das passende oder unpassende Gesicht gemacht habe. Die Homepage einer mir bis dato völlig unbekannten Zeitschrift namens Message (»Internationale Zeitschrift für Journalismus«, der Schriftzug erinnert aber irgendwie an Massacre) attestiert den Machern des Internetmanifestes schlechte Laune. Und doch bringt das auf den Punkt, was irgendwie auch mein Unbehagen mit dem Manifest war, obschon ich ihm in vielen Punkten zustimme. Zugleich kommt Message so überheblich und großkotzig daher, dass ich mir dreimal überlegt habe, ob ich weiterlese:

Die 17 Thesen von Deutschlands bekanntesten Web-Journalisten sind überraschend dürftig, sagen unsere Experten. Sie haben weitergedacht

Die Titelankündigungen zum Themenkomplex Internetmanifest kommen daher wie ein wütender Gegenangriff mit schweren Geschützen: Ein »führender Online-Experte« wird angekündigt, ein »renommierter Experte für internationalen Medientrends und Journalismus und Professor« fährt »Gegenthesen« auf und »einer der profiliertesten Experten für Qualitätsmanagement und Professor« soll »das Selbstverständnis der Onliner« auseinandernehmen. Wenn ich das allein lese, könnte ich nur noch kotzen. Ich habe vorhin aber nicht so genau hingeschaut und dann doch gelesen. Zumindest den ersten Text, den zur schlechten Laune, weil mir der Themenkomplex auch schlechte Laune macht.

Ich hatte einst auch Journalist werden wollen, mich aber nach einem Praktikum in einer Redaktion, in der fast alle sagten, dass sie ja eigentlich einen engagierten Journalismus machen wollten, aber nunmal in dieser Redaktion gelandet seien, bei der das leider gar nicht vorgesehen ist, dagegen entschieden. Ich malte mir keine Chancen aus, von hier aus in einer der wenigen Redaktionen mit halbwegs vertretbarem Selbstverständnis zu landen, als hätten die gerade auf mich gewartet. Ob das Deutsch-Lehramtsstudium dann die bessere Wahl war, ist eine andere Frage. Nun bin ich weder Journalist noch allzu eifriger Blogger, aber ich hatte die Ehre, für ein paar Jahre die Redaktion einer über 50 Jahre alten nichtkommerziellen Zeitung zu leiten. Heute bin ich unter anderm Gelegenheitsblogger und Onlineredakteur eines nichtkommerziellen Gemeinschaftsblogs, das sich etwas zu Unrecht Zeitung nennt. Insofern fühle ich mich von der Fragestellung des Verhältnisses von professionellem Journalismus und Blogosphäre durchaus tangiert. Vieles von der Kritik, die Christoph Neuberger (der »führende Online-Experte«) formuliert, ist berechtigt. Überhaupt ist sein Artikel gar nicht so agressiv, wie man nach Ankündigung und Überschrift meinen könnte.

Die Frage scheint mir ungeklärt, wie unter den gegenwärtigen ökonomischen Verhältnissen eine Existenz für JournalistInnen – und andere geistige ArbeiterInnen! – denkbar ist, wenn auf eine Sicherung der kommerziellen Verwertung durch Urheberrecht verzichtet werden soll. Neuberger macht es sich zu einfach, wenn er die Frage mit Verweis auf »das Scheitern vieler Versuche, Nutzergebühren einzuführen« zurück an die Seite der BloggerInnen gibt. Seit Jahren schon erwarte ich (soll nicht heißen: mit Vorfreude), dass der große Durchbruch des kommerziellen Internet kommt, wenn sich überhaupt erst eine akzeptiert einfache und anonyme Methode des Micropayment im Web durchsetzt. Wenn aber die tagesaktuelle Suche in der Online-Ausgabe der örtlichen Tageszeitung so aussieht, ist es kein Wunder, dass Nutzergebühren nicht angenommen werden:

In Zusammenarbeit mit GBI bieten wir an dieser Stelle die Möglichkeit an, in unserem Zeitungsarchiv zu recherchieren. Es umfasst Artikel, die seit dem 1.7.2003 erschienen sind. Die Suche mit einer Ergebnis-Übersicht (Kurztext) ist kostenlos. Der Artikel im Volltext kostet 2,38 Euro.

Ähnliches gilt – um die Perspektive erneut nicht auf Presse zu beschränken –, wenn für Musikalben im Web völlig absurde 10 Euro verlangt werden, wo weder ein Händler mich berät, noch ein Landengeschäft steht oder physische Tonträger in einer Fabrik erzeugt, über Zwischenhandel geliefert werden und schließlich über die Theke wandern. Von der ganzen verkorksten DRM-Thematik ganz zu schweigen. Die Verantwortung dafür, dass es bisher nicht gelungen ist, akzeptierte Zahlungsformen zu etablieren, liegt meiner Meinung nach nicht bei den KonsumentInnen und nicht an freischaffenden KünstlerInnen und BloggerInnen, sondern an der Unfähigkeit von Banken, Medien- und Handelskonzernen, die althergebrachten Zahlungsweisen ins Internetzeitalter zu transferieren. Wir schreiben das Web 2.0, aber die Zahlsysteme sind eigentlich noch nicht im Web 1.0 angekommen. Ich habe doch tatsächlich zuletzt wieder eine Zahlung per Nachnahme für eine Online-Bestellung bei einem Telekommunikationskonzern durchgeführt, weil das die akzeptabelste Bezahlweise war.

Ich möchte, dass es JournalistInnen gibt, die ein Thema gründlich recherchieren, und deren Existenz wirtschaftlich gesichert ist, damit sie sich die Zeit für eine solche Recherche nehmen können. Als Blogger möchte ich solche JournalistInnen nicht ersetzen. Ich kann und möchte es nicht leisten, den gleichen Aufwand zu treiben, wie ich ihn mir idealerweise von einer JournalistIn erhoffe. Die Seite des professionellen Journalismus muss sich aber auch fragen lassen, ob sie denn selbst den Qualitätsjournalismus bietet, den sie zu verteidigen behauptet. Nicht ohne Grund beschränkt sich Bildblog längst nicht mehr auf die namensgebende Publikation. Unsere eigene »Zeitung« ist nicht entstanden, weil wir uns für die besseren Journalisten hielten. Wir haben damit angefangen, weil die Bürgerinitiative, in der wir uns engagierten, über weite Strecken von den Lokalzeitungen ignoriert wurde. Erst als wir rund 10.000 Unterschriften gesammelt hatten, gab es immerhin bei den privatwirtschaftlichen Zeitungen ein Umdenken, während der öffentlich-rechtliche WDR, eine der größten Sendeanstalten der Welt, uns bis zum Tag vor dem Bürgerentscheid zu verarschen versucht hat. (Und noch als wir die Abstimmung haushoch gewonnen hatten, wurde beim WDR dem Oberbürgermeister mehr Platz eingeräumt als der Bürgerinitiative.) Die Existenz von Blogosphäre (dazu zähle ich unsere »Zeitung«) und klassischen Redaktionen kann einander hervorragend ergänzen. Mehrfach schon haben wir Themen zuerst aufgegriffen, die dann in sorgfältigerer Weise nochmal von den Zeitungsredaktionen nachrecherchiert wurden. Andere Sichtweisen wurden ergänzt, formale Grundlagen erklärt. Natürlich ist es lächerlich, dass die lokalen Zeitungsredaktionen uns als Quelle stets verschweigen, obwohl der seriöse Journalismus seine Quellen angeblich ja nennt, während wir unseriösen Blogger die Zeitung als Quelle nennen, wenn sie eine ist. Geschenkt!

Natürlich gibt es einfache Lösungsvorschläge:

  • Es könnten JournalistInnen, MusikerInnen, KünstlerInnen und andere KopfarbeiterInnen staatlich beschäftigt werden, sodass sie ihre Werke nicht verkaufen müssen, sondern der Allgemeinheit frei zur Verfügung stellen. Tatsächlich findet das ja teil- bzw. ansatzweise statt (z.B. mit öffentlich-rechtlichen Medien oder KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen, die staatlich finanziert werden und die Ergebnisse dann im Idealfall der Allgemeinheit zur Verfügung stellen), aber gegenwärtig nur für eine kleine Auswahl vorgesehen. Tatsächlich sind die Bedingungen, unter denen z.B. SchriftstellerInnen oder KünstlerInnen manchmal – und dann nur zeitweise – staatlich finanziert werden, nicht unproblematisch.
  • Es könnte ein Grundeinkommen eingeführt werden, das so hoch ist, dass KünstlerInnen, JournalistInnen usw. ausreichend davon leben könnten. Viele Linke wollen das, aber duchsetzbar ist es kurzfristig wohl kaum in einer solchen Höhe (ein niedriges Grundeinkommen aber wäre kein Fortschritt).
  • Es könnte eine Pauschale von den Internetprovidern kassiert werden, die über eine Verwertungsgesellschaft an InhaltsproduzentInnen ausgestreut wird. Ich wäre da aber nach den Erfahrungen mit VG Wort und GEMA sehr skeptisch, dass diese Gelder wirklich gerecht bei den InhaltsproduzentInnen ankämen. Zudem wäre eine monströse Verwaltung erforderlich (die einen Teil der Einnahmen selbst verschlingen würde) und es müssten überhaupt Kriterien einer fairen Verteilung entwickelt werden. Am ehesten droht noch, dass mit einem solchen Modell die großen Verlage an die Geldbörsen der InternetnutzerInnen wollen.

[muss noch fortgesetzt werden]

Montag, 26. Oktober 2009

Dankbarkeit

Darius 19.23 Uhr Abgelegt unter: Alles gesagt

Für Aussagen wie diese kann man einem gewissen Björn Böhning kaum dankbar genug sein:

Sie muss vielmehr die Frage beantworten, wie wir Aufstiegshoffnungen glaubwürdig unterlegen, Abstiegsängsten glaubwürdig mit einer neuen Sicherheitsarchitektur begegnen […]

Man weiß nicht recht, spricht er von Aktienkursen, seiner Partei oder einer NATO-Strategie. Aber man kann sich zufrieden schätzen: Ich bin nicht in seinem Verein.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Sanktionen wegbloggen!

Darius 19.26 Uhr Abgelegt unter: Alles gesagt

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Sonntag, 27. September 2009

Wo bleibt die Krankenhauskeim-Hysterie?

Darius 1.46 Uhr Abgelegt unter: Medienschelte Opium des Volkes

Die Hysterie um die Schweinegrippe wurde schon ganz vortrefflich von Titanic auf den Punkt gebracht. Meinem vorigen Beitrag dazu, dass aufgrund der gewöhlichen Grippe bis zu 25.000 Menschen jährlich sterben, möchte ich nochmal ergänzend hinzufügen, dass ich kürzlich las, schätzungsweise 40.000 Menschen jährlich stürben in Deutschland an Krankenhauskeimen. Nun fragt man sich natürlich, warum die 40.000 Keimtoten im Gegensatz zur Schweinegrippe (bisher eventuell 1 Todesfall in Deutschland) kein Thema sind, das seit Monaten groß durch die Medien geistert. Ich hätte nur eine Erklärung: Weil man die Krankenhauskeim-Problematik nicht so angehen kann, dass die Pharmaindustrie damit dicke Profite macht. Im Gegenteil, die Keimprobleme kommen ja gerade von zu viel Antibiotika-Einsatz.

Das Ende der großen Koalition

Darius 1.17 Uhr Abgelegt unter: Geheimnisse dieser Welt Medienschelte Was geht ab

Das eigentlich Interessante am Erfolg der Linken bei der TV-Total-Wahl finde ich, dass das Ergebnis sich von dem der U18-Wahl doch sehr stark unterscheidet. Die aus der U18-Wahl abgeleitere Behauptung, Die Linke komme bei jüngeren WählerInnen nicht so an, stimmt offenbar gar nicht (wenn denn die TV-Total-WählerInnen wirklich auch jung sind). Jetzt wäre natürlich mal zu klären, welches Voting denn wohl die repräsentativere Zusammensetzung hatte. Ich könnte mir vorstellen, dass durch die Art der Durchführung bei der U18-Wahl auch eine relativ spezielle Auswahl an Kindern und Jugendlichen beteiligt wurde.

Inzwischen kursiert im Netz allerdings eine falsche Agenturmeldung, in der behauptet wird, auch in dem umgerechneten Ergebnis, das die Abweichung der letzten TV-Total-Abstimmung vom tatsächlichen Ergebnis berücksichtigt, gäbe es nicht einmal eine Mehrheit für eine »große Koalition«, besser: für eine Koalition von Union und SPD. Zwar kommen Union und Sozis zusammen nur auf 48,3 %, aber damit liegen sie immer noch vor den anderen dreien, die es zusammen auf 45,7 % bringen. Anders als beim unverrechneten Zuschauerergebnis (bei dem nur die im aktuellen Bundestag vertetenen Parteien zur Wahl standen) kommt das verrechnete Ergebnis logischerweise in der Summe nicht auf 100%. Die verbleibenden 6 % würden wohl für keine Partei über die 5-Prozent-Hürde reichen, sodass 48,3 % knapp für eine Bundestagsmehrheit von SPD und Union reichen würden.

Trotzdem wäre klar, dass es keine Fortsetzung der großen Koalition gäbe. Union und SPD wären nämlich gar keine große Koalition (Koalition zweier deutlich größerer Parteien als die anderen), denn die SPD wäre ja gar nicht größer als DIE LINKE und auch nicht weit entfernt von FDP und Grünen. Eine ganz normale Koalition also: Union mit einem kleineren Partner, und eine Opposition mit nur wenigen Sitzen weniger. Vielleicht gar kein unrealistisches Szenario. Ich bin gespannt, welche Bezeichnung eine solche Koalition dann im medialen Sprachgebrauch bekommt. »Angola-Koalition«? »Namür-Koalition«?

Montag, 17. August 2009

Experte: 25.000 Gripptetote in Deutschland!

Darius 9.50 Uhr Abgelegt unter: Geheimnisse dieser Welt Medienschelte

Skandal, Skandal! 25.000 Grippetote in Deutschland, und die Medien schweigen sie noch toter! – Nein, mal im Ernst: Ich kann das ganze Gezeter um die »Schweinegrippe« nicht mehr hören. Dankbar bin ich deshalb für folgende kleine Ausführung, ausgerechnet in der Fernsehbeilage zur Zeitung:

Herr Professor Ritter, die Schweinegrippe ist da. Müssen wir Mundschutz tragen?
Prof. Dr. Klaus Ritter: Ich sehe dafür keinen Anlass. Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 25000 Menschen an den Folgen der Grippe, die mit schöner Regelmäßigkeit über uns hereinbricht.

Montag, 11. Mai 2009

Eichel: Oxfam übernimmt die Weltbank

Darius 10.04 Uhr Abgelegt unter: Geheimnisse dieser Welt Segnungen des Kapitalismus

Hans Eichel, der muss es doch wissen, sagte gerade auf WDR 5:

[…] Oxfam, das ist eine Nichtregierungsorganisation, die die Weltbank übernommen hat.

Hat die SAV doch Recht und steht das Ende des Kapitalismus kurz bevor? Oder war’s doch wieder nichts, und Eichel meinte eine Studie von Oxfam, die die Weltbank übernommen hat, und die Weltrevolution kommt doch erst nächstes Mal?

Montag, 4. Mai 2009

Wie heißt der Kreis Aachen hinterher?

Darius 11.37 Uhr Abgelegt unter: Geheimnisse dieser Welt

Nach der Kommunalwahl wird am 21. Oktober 2009 der Kreis Aachen zusammen mit der kreisfreien Stadt Aachen in der neuen Städteregion Aachen aufgehen. Das neue Konstrukt ist asymmetrisch: Der Kreis wird aufhören zu existieren, die kreisfreie Stadt wird aber weiter bestehen. Das wirft erstens die Frage auf, wie man dann das Gebiet bezeichnen wird, wenn man mal jenen Teil der Städteregion bezeichnen will, der nicht zur Stadt Aachen gehört. Ein Beispiel aus der Praxis: Die Bundestagswahl in diesem Jahr ist noch knapp vorher, aber beim nächsten Mal dürfte es dann wie bisher einen Wahlkreis geben, den man »Stadt Aachen« nennen kann, aber der andere wäre dann ohne Rückgriff auf überholte Begriffe nur als »Städteregion Aachen ohne Stadt Aachen« zu beschreiben. Vermutlich wird sich, ähnlich Jülich, die Bezeichnung »Altkreis Aachen« einbürgern, laut Wikipedia ist Altkreis allerdings keine offizielle Bezeichnung.

Sprachlich interessant ist auch, dass die Städte des bisherigen Kreises Aachen, von Baesweiler bis Monschau, ab 21. Okotober nicht mehr Teil eines Gebietes sind, das sich Kreis nennt, aber – im Unterschied zu Aachen – trotzdem keine kreisfreien Städte sein werden.

Samstag, 21. März 2009

Fieberstrahl

Darius 23.22 Uhr Abgelegt unter: Musikonsumusik


If I Had A Heart from Fever Ray on Vimeo.